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Nix für Milchbubis: Milcheiweißallergie



Nix für Milchbubis: Milcheiweißallergie
Leben ohne Kuhmilch

Eine Allergie gegen Milcheiweiß gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten und ist nicht mit der deutlich häufigeren Laktoseintoleranz zu verwechseln. Zwar sind meist Säuglinge und Kleinkinder betroffen, jedoch leiden auch einige Erwachsene unter der Allergie. In diesem Fall hilft nur eine strenge Diät. Ein genussvolles Leben ist dennoch möglich.

In den meisten Fällen tritt eine Milcheiweißallergie im Säuglingsalter auf, da das Verdauungssystem noch zu schwach ist. Entweder reagiert der Körper allergisch auf Kasein oder auf Molkeneiweiße (alpha-Laktalbumin oder beta-Laktoglobulin).
Im zweiten Fall können bestimmte Milchprodukte verzehrt werden, da Molkeeiweiße relativ hitzelabil sind und bereits bei 77 °C zerstört werden. Hocherhitzte Produkte, wie zum Beispiel Haltbare Milch oder besonders fetthaltige Milcheiweißlieferanten, wie Butter oder Sahne, können unter Umständen vertragen werden. Ersatzlieferanten sind Ziegen, Schafs- oder Stutenmilch, da ihre Molkeeiweiße anders aufgebaut sind als die von Kühen.

Kaseinallergiker hingegen haben es weitaus schwerer und müssen gänzlich auf Milchprodukte verzichten. Kaseine (Alpha-Caseine) sind zu 85 Prozent identisch aufgebaut und zudem hitzestabil bis zu 120 °C.

Milcheiweißallergie ruft ahnliche Symptome wie Laktoseintoleranz hervor

Problematisch ist bei dieser Unverträglichkeit, dass bereits ein einziger Milchtropfen (0,3 Milligramm) ausreicht, um eine allergische Reaktion auszulösen. Der Körper bildet Antikörper gegen die Allergene und produziert dabei bestimmte Stoffe wie Histamin, was unangenehme Folgen hat. Die Beschwerden treten meist direkt nach dem Konsum auf und äußern sich auf verschiedene Weise: So kann die Haut betroffen sein und mit Neurodermitis, Ekzemen, Nesselsucht oder Ödemen reagieren. Eine gestörte Verdauung macht sich durch Durchfall, Verstopfung, Erbrechen und Bauchschmerzen bemerkbar. Ähnliche Symptome zeigen sich auch bei der Milchzuckerintoleranz. Gefährlicher ist aber die Milcheiweißallergie, da es auch zu Atemwegsbeschwerden, wie Bronchitis und Asthma kommen kann oder zu Herzkreislaufproblemen. Ein anaphylaktischer Schock ist lebensbedrohlich. Die psychischen Folgen einer unbehandelten Milchallergie können sich in Depressionen, Hyperaktivität und Schlaflosigkeit äußern. Säuglinge sind meist sehr unruhig und häufig auch Schreibabys.

Treten Zeichen der Allergie im Erwachsenenalter auf, ist es sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen. Das kann dem Arzt schon viel verraten. Der Allergologe wird zunächst einen mehrwöchigen, gänzlichen Verzicht von Kuhmilch verordnen. Bleiben die Symptome nach dieser Eliminationsdiät aus, kann die Diagnose durch einen Allergietest bestätigt werden oder es wird versucht, den verdächtigen Nahrungsbestandteil schrittweise wieder aufzunehmen. Diese Provokationsdiät wird insbesondere dann sinnvoll, wenn der Allergietest negativ war. Weder Arzt noch Patient wissen, ob in der verabreichten Nahrung das Allergen vorhanden ist oder nicht. So werden zufällige oder psychosomatische Ursachen ausgeschlossen.
Bei einer Blutuntersuchung wird sich zunutze gemacht, dass der Körper im Falle einer Allergie IgE-Antikörper gegen das Milcheiweiß produziert.  Bei dem sogenannten RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test) wird Blutserum des Betroffenen mit dem Allergen vermischt und die Menge an IgE-Antikörpern gemessen.

Vererbte Milcheiweißallergie

Die Kuhmilchallergie hat meist genetische Ursachen. So sollten Mütter in deren Familie derartige Allergien vorkommen, im ersten Lebensjahr von vornherein auf Kuhmilch verzichten. Weiterhin ist es wichtig, so lange wie möglich zu stillen – mindestens die ersten vier Monate – und auf Beikost zu verzichten. Eine rauchfreie Umgebung ist ebenso essentiell – nicht nur aufgrund der Allergiegefahr.

Ebenso wie die Laktoseintoleranz ist auch die Milcheiweißallergie nicht heilbar. Zwar wird gerade an einer oralen Immuntherapie geforscht, bei der die Betroffenen mittels kleiner Gaben des Allergens desensibilisiert werden sollen. Doch bisher ist eine entsprechende Diät ist die einzige Möglichkeit, um die Beschwerden zu lindern und Langzeitschäden zu verhindern.

Manche Kaseinallergiker vertragen mit Wasser verdünnte Sahne oder Butter, da bei erhöhtem Fettanteil der Eiweißanteil geringer ist. Doch das sind eher Ausnahmen.

Therapie bei Milchweißallergie: Ernährungsumstellung

Bei Stillkindern sollte die Mutter ebenfalls alle Milchprodukte weglassen. Um jedoch trotzdem eine ausgewogene Ernährung zu garantieren, ist es wichtig, eine Kinder-Diätologin hinzuzuziehen. Spezielle Säuglingsnahrung, wie ehF (extensiv hydrolisierte Formula) und AAF (Aminosäuren-Formula), sichern das normale Wachstum und Entwicklung des Babys. Von Soja ist dringend abzuraten, da auch hier oftmals eine allergische Reaktion erfolgt. Nach sechs bis achtzehn Monaten kann jeweils geprüft werden, ob weiterhin eine Allergie besteht. Meist ist diese bis spätestens zum zweiten Lebensjahr oder vereinzelt bis zum Schulalter verschwunden. Eine Laktoseintoleranz hingegen bleibt ein Leben lang.

Erwachsene Patienten sollten dringend auf die Zutaten ihrer gekauften Lebensmittel achten. Milcheiweiß ist in sämtlichen Molkereiprodukten vorhanden, selbst Nahrungsmitteln aus Ziegen- oder Schafsmilch ist oftmals zu einem Drittel Kuhmilch beigegeben. Weiterhin ist Milcheiweiß in Backwaren wie Brioche, Knödeln, Kuchen und Gebäck sowie in Eis und Schokolade. Selbst einige Wurst- und Fleischwaren, Nudeln, Ketschup und Senf enthalten Milcheiweiß.

Patienten, die innerhalb der Allergie unter starken Hautproblemen leiden, sollten den Kontakt mit sämtlichen milchhaltigen Produkten vermeiden. Selbst Berührungen oder starkes Erwärmen von Milch können Reaktionen auslösen. Das gilt auch für Supermärkte oder Käse-Spezialitätengeschäfte.

Während Molkeeiweißallergiker auf andere Milchlieferanten, wie Schaf oder Ziege zurückgreifen können, haben Kaseinallergiker diese Möglichkeit nicht. Sie reagieren auf alle tierischen Milcheiweiße. Aber vegane Milchprodukte können durchaus verzehrt werden. Dazu gehören Mandelmilch, Getreidemilch und Reismilch.

Alternativen gegen Mangelernährung

Es ist unbedingt wichtig, dass der Körper trotz spezieller Diät mit genügend Kalzium und Eiweiß versorgt wird. Ein Mangel an Kalzium kann zu vorzeitiger Osteoporose führen. Weiterhin ist der Mineralstoff an der Erregung von Muskeln und Nerven, dem Glykogen-Stoffwechsel, der Zellteilung und an der Aktivierung von Enzymen und Hormonen beteiligt. Zudem spielt Kalzium eine Rolle bei der Blutgerinnung und Stabilisierung der Zellmembranen.

Als alternative Quelle zur Kuhmilch können täglich 1,5 Liter kalziumreiches Mineralwasser und erwähnte vegane Milchsorten konsumiert werden. Auch viele Obst- und Gemüsesorten, Hülsenfrüchte und Nüsse, Gewürzkräuter und Tofu liefern Kalzium. Dabei sollte auch auf ausreichend Vitamin D (z. B. in Fisch) geachtet werden, damit Kalzium besser verwertet wird.

Auch Eiweiß spielt eine zentrale Rolle für unseren Organismus. Es ist zum Aufbau und Erhalt der Körperzellen bedeutsam und hilft bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. 0,8 Gramm Eiweiß pro Tag sollten Erwachsene zu sich nehmen. Schwangere und stillende Frauen sogar noch mehr. Ein Mangel kann zu Haarausfall, Muskelschwäche, Fettleber und Co. führen. Fleisch, Fisch und Ei gleichen die fehlende Milch aus. Aber auch in Vollkornbrot und Reis ist Eiweiß enthalten.

Ein Schmankerl ohne Milcheiweiß für Allergiker

Leckeres und gesundes Essen ist trotz Milcheiweißallergie möglich. Viele Restaurants bieten spezielle Gerichte und vegane Alternativen. Oder probieren Sie doch mal dieses leckere Rezept mit besonders viel unbedenklichem Eiweiß und Kalzium:

Hühnerkeulen in Biersud (2 Personen)

Backofen vorheizen. 4 Hühnerkeulen waschen und trocken tupfen. Salzen und mit 2 zerdrückten Knoblauchzehen einreiben. Die Keulen in eine feuerfeste Form legen und mit einer großen, in Ringe geschnittenen Zwiebel belegen. Mit ca. 100 Milliliter Bier übergießen. 30 Minuten bei 200°C garen. Zwischendurch immer wieder mit Bier übergießen. Einen Apfel grob schneiden und für weitere 20 Minuten dazugeben. In den letzten 10 Minuten nach Möglichkeit die Grillfunktion anstellen, um ein besonders knuspriges Ergebnis zu erhalten. Dazu Vollkornreis und Brokkoli servieren.
Zum Nachtisch können Obst (Aprikosen oder Beeren) und Nüsse (Mandeln, Pistazien) das köstliche Essen abrunden. Mehr Rezeptideen finden Sie hier.

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