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Pflanzengift im Kamillentee



Zu viel Tee kann ungesund sein
Zu viel Tee kann ungesund sein.

Das ZDF-Verauchermagazin WISO hat in 10 von 15 Kamillentees ein krebserregendes Pflanzengift in unterschiedlichen Mengen gefunden. Bereits im vergangenen Sommer warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung vor einer Belastung. 

Im Juli 2013 veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Stellungnahme zu Untersuchungsergebnissen im Rahmen eines Forschungsprojekts. In diesem Projekt wurden 221 verschiedene Teeproben wie Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee auf den Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) untersucht. Dabei handelt es sich um Pflanzeninhaltsstoffe, die von sehr vielen Pflanzenarten zum Schutz vor Fraßfeinden gebildet werden. Der Gehalt an PA variiert jedoch je nach Pflanzenart und sogar je nach Teil der Pflanze. Auch das Klima und die Beschaffenheit des Bodens können den PA-Wert beeinflussen. In hoher Dosierung können manche Pyrrolzidinalkaloide zu akuten Leberschädigungen führen und nachweislich Krebs verursachen.

Das Risiko von Gift im Tee verringern

Obwohl in Einzelfällen die PA-Gehalte in den Tee-Proben unerwartet hoch waren, schätzte das BfR eine akute Gesundheitsschädigung für Kinder und Erwachsene als unwahrscheinlich ein - solange das Pflanzengift nur über einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen aufgenommen wird. Da aber selbst innerhalb der gleichen Teesorte unterschiedlich hohe PA-Belastungen vorlagen, war es besonders schwierig, eine konkrete Aussage zur gesundheitlichen Beeinträchtigung durch regelmäßiges Trinken von Tee zu machen. Das BfR wies jedoch ausdrücklich auf eine Gefährdung von Kindern, Schwangeren und Stillenden hin, wenn diese längerfristig Tees mit hohen PA-Gehalten verzehren.

In seiner Stellungnahme riet das Institut den Verbraucherinnen und Verbrauchern, das Risiko einer zu hohen Belastung durch Pflanzengifte mit Hilfe von Abwechslung zu verringern. Vor allem Eltern wird geraten, Kindern nicht ausschließlich Tees anzubieten und auch Schwangere sollten Tees auf jeden Fall im Wechsel mit anderen Getränken zu sich nehmen.  

Forderungen gegen Gift im Tee

Das BfR äußerte auch bereits letzten Sommer, dass es wegen der genotoxischen und kanzerogenen Wirkung der PA notwendig sei, die Pflanzengift-Gehalte in Kräutertees und Tees so weit wie möglich zu senken, wenn die Daten ihrer nicht repräsentativen Studie typisch sein sollten. Es zog außerdem eine mögliche zusätzliche Pflanzengift-Belastung durch andere Lebensmittel wie Honig in Betracht. 

Das Institut hielt ausreichende Kontrollen der PA-Gehalte von Kräutertee- und Teechargen noch vor der Vermarktung und eine Erforschung der Ursache hoher PA-Gehalte seitens der Wirtschaftsbeteiligten für notwendig. Und es riet zu Kontrollen hinsichtlich potentieller PA-Gehalte von Kräutertee- und Teeproben durch die Lebensmittelüberwachung.

WISO klärt über das Gift im Tee auf

Wie sinnvoll diese Forderungen offenbar sind, zeigt die Sendung WISO heute Abend. Das Verbrauchermagazin ließ 15 Kamillen- und 15 Fencheltees in einem unabhängigen Labor testen, die Tees stammten hierbei aus dem Lebensmittelhandel, aus Apotheken und aus Drogerien. In den Fencheltees wurden zum Glück keine Pflanzengifte gefunden, von den Kamillentees sind jedoch 10 von 15 mit Pyrrolzidinalkaloiden belastet.

Weil der Körper von Kindern das Pflanzengift speichert und nicht ausschwemmt, sei das Risiko einer Erkrankung für sie zehn- bis hundertfach höher als bei Erwachsenen, sagte der Pflanzengift-Experte Dr. Helmut Wiedenfeld von der Universität Bonn dem Verbrauchermagazin. Das deckt sich mit den Aussagen des Bundesinstitut für Risikobewertung.

Vielleicht bringt die Sendung eine größere Diskussion über die PA-Belastung von Tees in Gang, die nicht nur die Verbraucher und Verbraucherinnen erreicht, sondern auch Konsequenzen für die Hersteller hat.

Die ausführlichen Ergebnisse präsentiert WISO-Moderator Martin Leutke am Montag, 28. April, um 19.25 Uhr im ZDF.

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