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Psychodermatologie erleichtert Leben mit Neurodermitis



Jedes achte Kind leidet unter Neurodermitis.
Jedes achte Kind leidet unter Neurodermitis.

Psychodermatologie erforscht die Entstehung von Neurodermitis und ermöglicht so verbesserte Behandlungsmöglichkeiten. Betroffene können in Neurodermitisschulungen den Umgang mit der Erkrankung erlernen.

Neurodermitis betrifft 1,5 bis Prozent der Erwachsenen und sogar 10 bis 15 Prozent aller Vorschulkinder. Die chronisch entzündliche Hauterkrankung ist nicht heilbar und beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen stark. Besonders wenn die Patienten unter den typischen Schüben leiden. Der Juckreiz und das darauffolgende Kratzen sind so heftig, dass die Patienten unter anderem massive Schlafstörungen haben. Je schlimmer das Kratzen, desto mehr verschlimmert sich die Neurodermitis. In vielen Fällen kommt eine soziale Isolation hinzu, da sich die Betroffenen vor ihren Mitmenschen schämen. Oft sind Depressionen die Folge.

Gnetische Belastung ist meist die Ursache. Sind ein oder beide Elternteile betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit der Vererbung von Neurodermitis an das Kind bei 66 Prozent.

Ein Ausbruch der Neurodermitis kann verhindert oder der Verlauf gemäßigt werden, indem bereits während der Schwangerschaft und Stillzeit ein- bis zweimal pro Woche Fisch gegessen wird. Auch als Beikost für Säuglinge kann Fisch das Ausmaß der Ekzeme verringern.

Der Zusammenhang zwischen Haut und Psyche

Schon seit längerem ist bekannt, dass Hautkrankheiten psychische Ursachen haben können und umgekehrt. Emotionale Reaktionen, die sich auf der Körperoberfläche wiederspiegeln, so zum Beispiel bei „Gänsehaut“, erlebt jeder Mensch. Seelische Konflikte können sich nicht nur in Magen-Darm-Beschwerden niederschlagen: der offensichtliche Zusammenhang zwischen Haut und Emotion hat das medizinische Spezialgebiet Psychodermatologie ins Leben gerufen.

Grundlage ist das Wissen, dass Haut und Nervensystem bei der Bildung im Mutterleib aus der gleichen Zellenart entstehen (Ektoderm). Zudem reichen unsere Nervenenden bis in die obersten Hautschichten, wo es je nachdem auch zu Entzündungsreaktionen kommen kann. Kommt es zu einer belastenden Situation, gibt der Körper Stresshormone ab, die das Immunsystem schwächen. Es kommt zu Problemen wie Haarausfall, Warzen oder Entzündungen in Form von Schuppenflechten oder Ekzemen auf der Haut.  

Bezüglich des Juckreizes wurde erforscht, dass es verschiedene Juckreizfasern gibt. Einige davon führen in Hirnbereiche, die mit Emotionalität in Verbindung stehen.

Psychodermatologie und Neurodermitis

Im Fall von Neurodermitis schüttet der Hypothalamus im Hirn bei Stress das „Hormon Corticotropin-releasing-Hormon“ (CRH) aus. Das Hormon bindet sich an die Abwehrzellen der Haut, woraufhin Histamin freigegeben wird. Starker Juckreiz ist die Folge. Stressauslöser können neben psychischen Ursachen wie Streit, Trauer, Konflikte, Überarbeitung und Co. auch Allergene sein. Dazu gehören zum Beispiel Tierhaare, Chemikalien im Waschpulver oder Kosmetika, aber auch Viren, Hausstaubmilben, Pollen, Abgase oder bestimmte Nahrungsmittel.  

Bei Neurodermitis-Patienten zeigen sich bereits innerhalb weniger Tage nach dem Stress die entsprechenden Hautreaktionen in Form eines Schubs mit Ekzemen.  

Erste Hilfe versprechen kortisonhaltige Salben, die die Entzündung hemmen und den Juckreiz abklingen lassen. Studien zufolge ist es sinnvoll, die Salbe auch nach Verschwinden des Ausschlags weiterzuverwenden. Ein Anwendungszeitraum von mindestens drei Monaten bis hin zu einem Jahr (dünn aufgetragen) bringt langfristigeren Erfolg als ein großzügiges Balsamieren nur im Akutfall.

Besserer Umgang mit der Hautkrankheit Dank Neurodermitisschulen

Seit Ende der 90er werden sogenannte Neurodermitisschulungen für Patienten angeboten. Grundlage sind unter anderem die psychischen Ursachen und Folgen der Neurodermitis. Ein Schulungsteam bestehend aus Medizinern, Psychologe/Psychologin und Ernährungsfachkräften vermittelt Betroffenen und Eltern einen eigenverantwortlichen und lösungsorientierten Umgang mit der Erkrankung.

Seit 2007 wird die Neurodermitisschulung von den Krankenkassen anerkannt und finanziert. Insgesamt 6 Kurstage zu je zwei Stunden geben Überblick zu Ursache und Grundlagen der Hautkrankheit, Ernährungszusammenhängen sowie zur richtigen Reinigung und Pflege inklusive Anwendung der Heilsalben. Die Firma Eucerin bietet in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e. V. (AGNES) 30-minütige, individuelle Pflegeberatungen an.

Besonders wichtig ist während der Schulung die Durchbrechung des Teufelskreises aus Juckreiz und Kratzen. Verhaltenstherapeutische Therapiemaßnahmen können das Kratzen um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Insgesamt soll durch die Neurodermitisschulung der Krankheitsverlauf verbessert werden und die Lebensqualität gesteigert werden, indem eine individuelle Bewältigung der Schübe durch den Patienten erreicht wird. Zusätzlich wird daran gearbeitet, Stressfaktoren zu erkennen und zu vermeiden. Auf der Homepage von AGNES finden Betroffene eine Neurodermitisschulung in Ihrer Nähe.

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