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Rückenschmerzen vorbeugen: Rumlümmeln beim Sitzen



Wir bekommen Rückenschmerzen, weil wir zu oft und zu lange sitzen. (Illustration: Bomboland)
Wir bekommen Rückenschmerzen, weil wir zu oft und zu lange sitzen. (Illustration: Bomboland)

"Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her." Der Zappel-Philipp in Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter hat alles richtig gemacht, um späteren Rückenschmerzen vorzubeugen, aber das konnten seine Eltern noch nicht wissen. Was Mediziner heute raten.

„Weder in der medizinischen noch in der schönen Literatur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts spielten Rückenschmerzen oder andere Rückenbeschwerden eine besonders wichtige Rolle“, heißt es in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zum Thema Rückenschmerzen.

Heutzutage sind „Rückenschmerzen und Krankheiten der Wirbelsäule in Deutschland und vergleichbaren Ländern eine Gesundheitsstörung von herausragender medizinischer und gesundheitsökonomischer Bedeutung.“
Eine Ursache: Wir sitzen zu oft und zu lange.

Meist schmerzt der Rücken nicht wegen Bandscheiben

80% aller Rückenbeschwerden sind nicht etwa auf organisch bedingte Bandscheibenveränderungen oder rheumatische Erkrankungen, sondern laut AOK auf schwache Muskeln, verkürzte unelastische Bänder oder Probleme mit den Wirbelgelenken zurückzuführen.

„Vor allem der sogenannte banale Rückenschmerz ohne anatomische Besonderheiten hat in den letzten zehn Jahren zugenommen“, sagt der Direktor der Klinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Düsseldorf, Prof. Rüdiger Krauspe. Und dies liegt nicht zuletzt daran, dass ab einem bestimmten Alter, oft mit Beginn der Schule, die meisten Tätigkeiten nur noch im Sitzen ausgeführt werden.

Zu langes Sitzen ist nicht nur für den Rücken problematisch

„Sitzen gehört zum Menschen,“ sagt der Anthropologe und „Sitzforscher“ Dr. Günter Vogel, „Bodensitzen, Knien, Kauern – all das meine ich. Was nicht zum Menschen gehört, ist ein spezielles Sitzen auf dazu eingerichteten Instrumenten, die wir Hocker oder Stühle nennen.“ Das zu häufige und zu lange Sitzen sieht Vogel als Ursache für viele Krankheiten: „An erster Stelle stehen natürlich Deformationen der Wirbelsäule.“

Bestätigt wird er durch eine Studie des kanadischen „University Health Network“ (UHN): „Die Länge der Zeit, die eine Person am Tag sitzend verbringt, steht in direktem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs.“ Beunruhigend: Das Gesundheitsrisiko durch Dauersitzen lässt sich nur beschränkt durch Sport ausgleichen. So heißt es in der UHN-Studie: „Es reicht nicht, jeden Tag 30 Minuten Sport zu treiben, wenn man die restlichen 23,5 Stunden sitzend zubringt.“

Den „Aufstand“ mal wörtlich nehmen – dem Rücken zuliebe

Beruhigend ist dagegen die Erkenntnis, wie sich Abhilfe schaffen lässt. Sportmuffel, die sich ein regelmäßiges Rückentraining immer vornehmen, vielleicht sogar beginnen, aber niemals durchhalten, können ein wenig aufatmen: „Wer wirklich gesund bleiben will, muss seine körperlichen Aktivitäten in die tägliche Routine einbauen,“ sagt ZDF-Medizinexperte Dr. Christoph Specht.

„Dazu braucht es kein einziges Sportgerät. Diese Sportgeräte finden sich überall in unserem Alltag, beispielsweise ist jede Treppe ein solches.“ Für den Büro-Alltag rät er, jedes Telefongespräch nur im Stehen anzunehmen und jeden Gang zum Kopierer, zur Kaffeemaschine oder zur Toilette für die Gesundheit zu nutzen. Desweiteren sollten Besprechungen nicht mehr im Sitzen, sondern stehend oder, noch besser, gehend abgehalten werden. Ein schöner Nebeneffekt: Laut psychologischer Untersuchungen fließen auch die Gedanken besser, wenn man sich bewegt.

Lob der Lümmelei

Es gibt keine „gesunde“ Sitzhaltung. Das früher viel beschworene „Geradesitzen“ schon gar nicht. Und „Stillsitzen“ ist so ziemlich der größte Fehler, den man machen kann.

Der Zappel-Philipp macht es eigentlich richtig (Foto: gemeinfrei)Wir kommen zurück zum Zappel-Phillipp: Entscheidend ist, die Sitzposition kontinuierlich zu verändern: „Aktives, dynamisches Sitzen in wechselnden Haltungen beugt Rückenschmerzen vor, weil es die verschiedenen Rückenstrukturen unterschiedlich beansprucht und einseitige Belastungen vermeidet,“ so die Techniker Krankenkasse. Sitzforscher Günter Vogel empfiehlt ein ständiges Unterbrechen der sitzenden Positionen. Aber wenn man schon sitzt, darf man sich auch gern einmal Zurücklehnen und die Füße auf den Schreibtisch legen. Lümmeln also. Eine Wohltat für die Lendenwirbelsäule. 

 

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