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Sind kostenpflichtige IGeL-Leistungen beim Arzt sinnvoll?



Nicht alle Selbstzahler-Leistungen beim Arzt sind sinnvoll
Nicht alle Selbstzahler-Leistungen beim Arzt sind sinnvoll

Welche IGeL-Leistungen sinnvoll sind, welche Sie lieber nicht in Anspruch nehmen sollten und wo Sie sich über den Nutzen oder Schaden von kostenpflichtigen Zusatzleistungen beim Arzt informieren können.

Sogenannte kostenpflichtige individuelle Gesundheitsleistungen (kurz IGeL) werden immer häufiger bei Arztbesuchen angeboten. Leider werden in manchen Fällen Patienten von Ärzten oder Arzthelfern zu diesen Selbstzahlerleistungen gedrängt. Wir zeigen Ihnen, welche Zusatzleistungen für Ihre Gesundheit tatsächlich sinnvoll sind.

Kostenpflichtige IGeL-Leistungen kurz erklärt

Bei den sogenannten IGeL-Leistungen handelt es sich um kostenpflichtige Zusatzleistungen beim Arztbesuch, die medizinisch nicht notwendig sind und deshalb nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Jährlich geben gesetzlich krankenversicherte Patienten rund eine Milliarde Euro für IGeL-Leistungen aus. Diese Selbstzahlerleistungen sollen der Gesundheit des Patienten vorbeugen, dienen also der Frühdiagnose und Vorsorge von Krankheiten. Über den Sinn von Selbstzahlerleistungen können Sie sich beim IGeL-Monitor informieren. Medizinische Experten bewerten hier den Nutzen der IGeL-Leistungen, sodass Sie sich als Patient eine unabhängige neutrale Meinung über Zusatzleistungen einholen können.

Welche kostenpflichtigen IGeL-Leistungen sind nicht sinnvoll?

Negativ bewertet werden vom IGeL-Monitor beispielsweise die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung. Eine Studie aus 2011 belegt, dass mit einer Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke ebenso viele Frauen an Eierstockkrebs sterben, wie solche, die die Zusatzleistung nicht in Anspruch genommen haben. Besonders alarmierend ist, dass viele Frauen durch Fehldiagnosen beunruhigt werden und infolge dessen in manchen Fällen sogar gesunde Eierstöcke entfernt worden sind. Die durchblutungsfördernde Infusionstherapie beim Hörsturz wird vom IGeL-Monitor ebenfalls mit negativ bewertet. Die genauen Ursachen eines Hörsturzes sind nicht erforscht, es wird aber vermutet, dass Durchblutungsstörungen im Ohr den Hörsturz verursachen. Einen effektiven Nutzen für Patienten mit einem Hörsturz, die eine durchblutungsfördernde Therapie durchgeführt haben, konnte nicht festgestellt werden. Vielmehr überwiegen die Nebenwirkungen dem nicht feststellbaren Nutzen, sodass der IGeL-Monitor von dieser Zusatzleistung abrät.

Welche kostenpflichtigen IGeL-Leistungen sind positiv zu bewerten?

Tatsächlich wurde keine einzige Selbstzahlerleistung vom IGeL-Monitor uneingeschränkt positiv bewertet. Lediglich unter der Rubrik „tendenziell positiv“ finden sich ein paar eher sinnvolle IGeL-Leistungen. Zum Beispiel befindet sich darunter die Akupunktur zur vorsorglichen Behandlung von Migräne. Patienten die unter Migräne leiden, sollen mit dieser Behandlung vor Anfällen geschützt werden bzw. die Schmerzen der Krankheit lindern. Studien haben ergeben, dass die Nadeln gegen den Migräneschmerz ebenso gut helfen, wie die bestätigte Wirkung von Medikamenten. Ebenfalls eher positiv zu bewerten, ist die Lichttherapie bei Winterdepressionen. Einige Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die Lichttherapie Depressionen lindern könne. Zudem sind keine negativen Nebenwirkungen bekannt.

Wie kann ich mich verhalten, wenn der Arzt mir kostenpflichtige IGeL-Leistungen verkaufen möchte?

Wenn Sie als Patient eine kostenpflichtige IGeL-Leistung von Ihrem Arzt angeboten bekommen, informieren Sie sich zunächst ausführlich über die angebotene Leistung. Lassen Sie sich nicht von Ihrem Arzt bedrängen! Die Entscheidung darüber, ob Sie eine IGeL-Leistung in Anspruch nehmen wollen, obliegt Ihnen als Patient allein. 

Besonders bei Vorsorgeangeboten ist eine gesunde Skepsis angebracht. Wenn Ihnen der Arzt schon vor Beginn Ihrer Behandlung eine kostenpflichtige Zusatzleistung anbietet, und diese womöglich sogar von der Behandlung abhängig macht, sollten Sie misstrauisch werden. In diesem Fall sollten Sie die zuständige Ärztekammer oder Ihre Krankenkasse informieren.

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