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Sonne statt Tabletten



Zur Sonne, zur Gesundheit! Schon 15 Minuten am Tag genügen im Schnitt, um unseren Vitamin-D-Speicher zu füllen.
Zur Sonne, zur Gesundheit! Schon 15 Minuten am Tag genügen im Schnitt, um unseren Vitamin-D-Speicher zu füllen.

Unser Körper stellt selbst Vitamin D her und speichert es. Eine medikamentöse Zufuhr ist nur selten notwendig. Dennoch sind immer mehr Menschen davon überzeugt, ihren Vitamin-Spiegel mit Hilfe von Tabletten beeinflussen zu müssen.

Christian W. Engelbert ist Facharzt für Allgemeinmedizin, zweiter Vorsitzender des Naturheilvereins Berlin Brandenburg e.V. und hält in der Urania eine flammende Rede für das Vitamin D3 (Cholecalciferol). Es wird meist nur Vitamin D genannt und ist eigentlich sogar ein Hormon. Wir benötigen es vor allem für den Calcium-Spiegel im Blut und den Knochenaufbau. Bei einem Mangel erkranken Kinder an Rachitis und Erwachsene an Knochenerweichung. Vitamin D ist kein Wunderheilmittel, aber es spielt laut Engelbert auch eine Rolle beim Schutz vor einigen anderen Krankheiten.

Wir sind eine Vitamin-D-Fabrik

Das Schöne: unser Körper kann selbst Vitamin D herstellen, indem wir unsere Haut den UVB-Strahlen der Sonne aussetzen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) genügt es bereits, wenn Erwachsene pro Tag zwischen 12 und 15 Uhr ein Viertel der Körperoberfläche (Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen) ungeschützt der Sonne aussetzen. Je nach Hauttyp und Jahreszeit jedoch nur 5 bis 25 Minuten. So können wir von März bis Oktober genügend Vitamin D herstellen. Wichtig ist, dass wir so oft wie möglich draußen sind.

Es gibt auch ein paar wenige Nahrungsmittel, die Vitamin in relevanten Mengen enthalten. Dazu zählen besonders fetthaltige Fische, Leber und Eigelb. Christian W. Engelbert erklärt, dass wir jedoch höchstens 20% unserer Vitamin-D-Versorgung aus der Nahrung beziehen können. Schließlich möchte niemand täglich 20 Eier, 10 kg Kalbsleber, 10 kg Brie, 600 g Avocado, 2,5 kg Shiitake Pilze oder 20 Liter Vollmilch zu sich nehmen.

Versorgung im Winter

Von November bis Februar sind wir nicht in der Lage, selbst Vitamin D zu produzieren, weil die UVB-Strahlen einfach nicht ausreichen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, dass wir in dieser Zeit auf die Vitamin-D-Reserven in unserem Muskel- und Fettgewebe zurückgreifen können, das zum Glück eine relativ große Speicherkapazität hat.

Christian W. Engelbert ist diesbezüglich weitaus weniger optimistisch und rät zu einer Vitamin-D-Zufuhr durch medizinische Präparate. Dieser Hinweis gelte für viele, aber vor allem für jene, die den Risikogruppen für eine Vitamin-D-Unterversorgung angehören.

Dazu zählen Menschen, die selten draußen sind oder sich dort nur mit bedecktem Körper aufhalten können. Auch ältere Personen sind gefährdet, da unsere Fähigkeit zur Vitamin-D-Produktion von Jahr zu Jahr abnimmt. Hinzu kommt, dass viele von ihnen sich nicht mehr häufig im Freien aufhalten, da sie eingeschränkt sind in ihren Bewegungen.

Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe steigt die Unterversorgung, je nördlicher sie leben, da sie eine stärkere Sonneneinstrahlung für die Vitamin-D-Produktion benötigen als Menschen mit heller Haut.

Engelbert bezeichnet Deutschland sogar als Vitamin-D-Mangelland und beruft sich auf das Robert Koch-Institut, nach dem etwa 60 Prozent der Bevölkerung unzureichend mit Vitamin D versorgt sind. Ein Blick auf die Webseite des Instituts zeigt, dass zu diesen 60 Prozent auch jene 40 Prozent der Bevölkerung zählen, die lediglich einen milden Vitamin-D-Mangel haben.

Fassen wir also zusammen: 40 Prozent der Bevölkerung stehen ohnehin gut da und bei den mild betroffenen 40 Prozent sind Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel lediglich möglich, jedoch nicht wahrscheinlich. Für 80 Prozent der deutschen Bevölkerung sieht es also gar nicht so schlecht aus bezüglich ihres Vitamin-D-Spiegels.

Eine generelle Empfehlung für eine medikamentöse Vitamin-D-Gabe kann das Robert Koch-Institut nicht geben. Ob die Einnahme von Vitamin-Präparaten nötig ist, solle “auf Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse” entschieden werden. Zum Beispiel gab es Studien, bei denen Menschen mit schwerem oder moderatem Vitamin-D-Mangel weniger stürzen und weniger Knochenbrüche erleiden, wenn sie Vitamin-D-Tabletten erhalten. Von den mild Betroffenen ist hier nicht die Rede.

Vitamin-D-Lobby

Vitamin D beeinflusst nicht nur den Knochenstoffwechsel, sondern spielt in kleinerem Ausmaß auch an anderen Stellen im Körper eine Rolle. Christian W. Engelbert spricht deshalb davon, dass Vitamin D auch vor Demenz, Atemwegsinfektionen, Depressionen, der Schaufensterkrankheit, Brustkrebs und Darmkrebs schützen kann.

Neuste Studien lassen jedoch vielmehr den Schluss zu, dass zu wenig Vitamin D im Blut nicht Grund, sondern Folge dieser Krankheiten ist

Krankheiten, die auf den Seiten des Robert Koch-Institut oder des Bundesinstituts für Risikobewertung im Zusammenhang mit Vitamin D keine Erwähnung finden. Dass auch in der Presse nicht allzu viel über das Wundermittel Vitamin-D zu lesen ist, sieht Engelbert in der wirtschaftlichen Irrelevanz des Vitamins begründet.

Dabei greifen laut einem Bericht des ARD-Magazins PlusMinus bereits mehr als 2 Millionen Menschen zu solchen Präparaten. Engelbert stellt während seines Vortrags welche vor. Die Zahl der von den Krankenkassen bezahlten Vitamin-D-Tests hat sich laut PlusMinus im Zeitraum von 2008 bis 2012 verdreifacht. Hinzu kommen all jene Tests, die aus eigener Tasche bezahlt werden.

Auch Engelbert weist darauf hin, dass vor der Vitamin-D-Gabe unbedingt der Vitamin-D-Spiegel überprüft werden muss, damit die Dosis angepasst werden kann. Das ist tatsächlich sehr wichtig. Zum Beispiel warnt das Robert Koch-Institut bei einer Überdosierung vor Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Herzrhythusstörungen. Prof. Dr. Christian Kasperk spricht bei PlusMinus sogar davon, dass der Blutdruck beeinflusst wird und chronische Erkrankungen sowie Nierensteinen auftreten können, wenn über einen längeren Zeitraum zu viel Vitamin-D zugeführt wird. Engelbert hingegen sagt lapidar, dass Vitamin D nicht gefährlich sei, schließlich ist noch niemand an einer Überdosierung gestorben.

Was kann ich tun?

Lassen Sie bei Ihrem Hausarzt testen, ob bei Ihnen tatsächlich eine Vitamin-D-Unterversorgung vorliegt, wenn Sie zu den Risikogruppen gehören und auf Nummer sicher gehen wollen. Klären Sie am besten vorher, ob Ihre Krankenkasse die Kosten dafür übernimmt, oder ob Sie diese selbst tragen müssen. Lassen Sie sich nicht verrückt machen, wenn das Ergebnis da ist und vergleichen Sie es zur Sicherheit mit den Richtwerten des Robert Koch-Instituts

Für alle gilt: Ernähren Sie sich ausgewogen und füllen Sie Ihren Vitamin-D-Speicher auf, indem Sie während der Sommermonate genügend Zeit in der Sonne verbringen. Diese hebt bei vielen Menschen zusätzlich die Stimmung.

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