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Traumjob Orthopädietechnik-Mechaniker?



Eine Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker ist sehr vielseitig.
Eine Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker ist sehr vielseitig.

Ein Orthopädietechniker bzw. eine Orthopädietechnikerin wählt den Mittelweg zwischen Medizin, Technik und Handwerk. So lassen sich mehre Interessengebiete in einem Beruf vereinen. Doch wie stehen die Chancen auf dem Jobmarkt? Ein erfahrener Angestellter steht der Redaktion Rede und Antwort.

Florian Krassel ist 26 Jahre jung und arbeitet im Sanitätshaus Schroll in Hamburg. Als er 2004 die Ausbildung begonnen hat, nannte sich der Beruf noch „Orthopädietechniker und Bandagist“. Seit circa einem Jahr wird die Bezeichnung „Orthopädietechnik-Mechaniker“ verwendet, um auch dem handwerklichen Charakter gerecht zu werden. Zudem wurde die Ausbildung von 3,5 auf 3 Jahre verkürzt. Orthopädietechnik-Mechaniker arbeiten in entsprechenden Reha-Werkstätten und Sanitätshäusern. Aber auch im Groß- und Einzelhandel werden sie eingesetzt.

Gesundheitsberuf Orthopädietechnik-Mechaniker/in

TB GUIDE: Herr Krassel, seit nunmehr zehn Jahren arbeiten Sie in Ihrem Job. Haben Sie sich schon vor der Ausbildung für das Thema Orthopädietechnik interessiert?

F. Krassel: Ja, ich habe schon während der Schulzeit ein Praktikum in einem Sanitätshaus absolviert und seitdem war der Berufswunsch für mich klar. Ein Schnupperpraktikum kann ich jedem empfehlen, der sich für diese Ausbildung interessiert, da merkt man doch relativ schnell, ob es einem liegt.

TB GUIDE: Was genau sind Ihre Aufgaben als Orthopädietechniker?

F. Krassel: Zusammengefasst kann man sagen, dass ich technische Hilfsmittel für Patienten herstelle oder anpasse, die Probleme mit ihrem Bewegungs- und  Halteapparat haben. Also mit den Knochen, Gelenken, Muskeln oder Sehnen. Dabei kann es sich um Orthesen wie Bandagen, Korsetts, Schienen, Schuhe etc. oder um Prothesen handeln. Diese künstlichen Gliedmaßen können wiederum in Endoprothesen und Exoprothesen unterschieden werden.

Der Orthopädietechnik-Mechaniker Florian Krassel Endoprothesen sind Ersatzteile im Körper wie zum Beispiel ein künstliches Hüftgelenk. Exoprothesen ersetzen äußerliche Gliedmaßen, beispielsweise ein amputiertes Bein. Aber auch individuelle Rehabilitationstechnik, also Rollstühle, Scooter und Gehhilfen liegen in unserer Hand.

TB GUIDE: Schildern Sie doch mal einen typischen Arbeitstag im Sanitätshaus.

F. Krassel: Einen solchen Tag gibt es eigentlich nicht. Dadurch, dass ich täglich mit Menschen zu tun habe, die unterschiedliche Bedürfnisse haben, wird es nie langweilig.

Ich arbeite viel im Außendienst, das heißt ich betreue Arztpraxen und Kliniken. Die Patienten werden von mir auf ärztliche Anordnung hin versorgt. Um mal ein einfaches Beispiel zu nennen: ein Orthopäde stellt eine Fußfehlstellung, wie einen Senk-, Spreiz-, oder Knickfuß, beim Patienten fest. Er bekommt dann ein Rezept für Schuheinlagen und ich fertige diese nach Maß an. Bei größeren Anfertigungen wie einer Bein-Prothese erfolgen während der Anfertigung ständige Anpassungen. Teilweise auch beim Patienten Zuhause.

TB GUIDE: Worin besteht Ihrer Meinung nach die besondere Herausforderung in dem Beruf?

F. Krassel: Wichtig ist in jedem Fall Genauigkeit in der Maßanfertigung bei gleichzeitigem Einfühlungsvermögen. Das Leben und der Alltag der oft berufstätigen Menschen, Kinder oder auch stark eingeschränkten Patienten soll schließlich erleichtert werden. Mein Motto lautet: „Das Bessere ist der Feind des Guten.“ Ich versuche jeden Tag etwas besser zu werden als am Vortag und nie stehen zu bleiben.

TB GUIDE: Haben Sie aus diesem Grund die duale Weiterbildung zum Orthopädietechnikermeister begonnen?

F. Krassel: Ja, die berufliche Weiterentwicklung sehe ich als Chance, den Patienten mit noch fundierterem Wissen helfen zu können und zugleich über den bisherigen Tellerrand zu blicken. Zudem übernehme ich auch gerne mehr und mehr Verantwortung für mein eigenes Handeln und für den Betrieb. So kann ich nun auch aktiv bei der Ausbildung unserer Lehrlinge mitwirken.

Vor- und Nachteile eines Orthopädietechnik-Mechanikers

TB GUIDE: Was mögen Sie an Ihrem Beruf und was weniger?

F. Krassel: Ich mag den abwechslungsreichen Charakter und auch den täglichen Umgang mit Menschen sehr. Der direkte Kontakt mit den Ärzten und Ärztinnen fordert mich und lässt mich nie auslernen. Weniger gut finde ich den bürokratischen Teil. Es gibt immer mehr Formulare und Dokumente, die hauptsächlich von den Kostenträgern, also den Krankenkassen, gefordert werden. Durch die stetig wachsende Schreibtischarbeit bleibt weniger Zeit für das Wesentliche: die Patienten.

TB GUIDE: Man könnte also schon sagen, dass Orthopädietechnik-Mechaniker Ihr Traumberuf ist?

F. Krassel: Auf jeden Fall. So viel Abwechslung, Eigenverantwortung und Umgang mit Menschen kenne ich nur aus wenigen Berufen. Und wenn die tägliche Arbeit als überwiegend positiver Stress sozusagen spielend von der Hand geht, kann man wohl mit Recht von Traumjob sprechen.

TB GUIDE: Welche Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der sich für eine Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker/in entscheidet:

F. Krassel: Es wird mit den verschiedensten Materialien wie Kunststoff, Holz, Leder, Metall, Harz und Gips gearbeitet. Technisches und handwerkliches Geschick sowie strengste Genauigkeit sind diesbezüglich wichtig. Gerade für das Arbeiten nach Plänen und Zeichnungen ist räumliches Vorstellungsvermögen nötig. Da man täglich mit Menschen arbeitet, denen es physisch und bedingt dadurch psychisch nicht besonders gut geht, sind Empathie und Taktgefühl enorm gefordert.

TB GUIDE: Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten sowie Weiterbildungschancen für Azubis in der Branche ein?

F. Krassel: Ganz klar: ziemlich gut. Wer die nötigen Eigenschaften und Ehrgeiz mitbringt, wird in diesem Beruf nie arbeitslos sein. Denn auch in weiter Zukunft kann keine Maschine oder vorgefertigtes Fließbandprodukt die passgenaue Handarbeit nach Maß ersetzen.  

Die Arbeit eines Orthopädietechnik-Mechanikers ist vielseitig.

Auch bezüglich der Weiterbildung gibt es tolle Möglichkeiten sich zu spezialisieren auf Prothetik, Orthetik oder Reha-Technik und dort stetig an Schulungen teilzunehmen.

Zudem gibt es die Chance der Meisterschulung oder der Studiengänge Technische Orthopädie, Orthopädie-Ingenieur oder Orthobionik.

Auch ein Abschluss als Betriebswirt nach der Handwerksordnung ist denkbar. Der Aufstieg zur Führungskraft ist definitiv mit Fleiß erreichbar.

 

Die wichtigsten Daten zur Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker/in in Kürze

Dauer: 3 Jahre

Organisation: Im dualen System. Die Lernorte sind der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule.

Vorbildung: keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung erforderlich. Viele Betriebe setzen einen mittleren Schulabschluss voraus. Die Ausbildung ist auch als Umschulung möglich.

 

Mit freundlicher Unterstützung vom Sanitätshaus Schroll
Oldesloer Straße 9
22457 Hamburg-Schnelsen
www.sanitaetshaus-schroll.de

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