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Vollnarkose – Gift für das kindliche Hirn?



Keine Nachteile beim Lernen für Kinder.
Keine Nachteile beim Lernen für Kinder.

Eine kürzlich veröffentlichte US-Studie verglich die Gedächtnisleistungen von Kindern zwischen sechs und elf Jahren, die aufgrund einer Operation eine Allgemeinanästhesie erhielten. Ihre Hirnleistung sei um 25 Prozent verringert gegenüber Gleichaltrigen ohne Narkoseerfahrung.

Aus vorangegangenen experimentellen Studien an Tieren ist bekannt, dass Anästhetika und Sedativa neurotoxisch auf das sich entwickelnde Gehirn einwirken können. Seitdem ist das Thema Grundlage mehrerer Forschungen – insbesondere in den USA. Der Anästhesist Greg Stratmann von der Universitätsklinik in San Francisco veröffentlichte vor kurzem im Fachblatt Neuropsychopharmacology eine Untersuchung an Kindern, welche große Verunsicherung nach sich zieht.

Umstritten: Kognitive Entwicklungsdefizite

In der Untersuchung wurde die Gedächtnisleistung von 28 Kindern erforscht, die sich innerhalb des ersten Lebensjahres einer Vollnarkose unterziehen mussten. Im direkten Vergleich mit anderen Kindern dieser Kontrollgruppe ohne diesen medizinischen Werdegang, traten häufiger Lernstörungen und andere kognitive Einschränkungen auf. Fazit laut Stratmann: Auf das erwachsene Hirn haben Analgetika und Anästhetika keine negativen Auswirkungen. Jedoch auf das sich entwickelnde Gehirn von Kleinkindern bis 4 Jahren.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) hält die Forschungsergebnisse für umstritten. Sie weist darauf hin, dass die geringe Anzahl der Studienteilnehmer und die großen Unterschiede hinsichtlich Art und Dauer des operativen Eingriffs keine zuverlässige Aussagekraft hätten. Zudem seien Vor- und Grunderkrankungen, die bereits mit neurokognitiven Einschränkungen einhergehen, nicht berücksichtigt worden.

Lebensrettende Operationen

Bestimmte Eingriffe, wie Blinddarmentfernungen, sind nicht nur lebensnotwendig - auch können so weitere Fehlentwicklungen und damit verbundene Beschwerden - zum Beispiel chronische Schmerzen und Entzündungen - verhindert werden. „Es besteht Konsens, dass wir Kinder nur operieren, wenn es medizinisch geboten ist“, so der Sprecher der DGKCH Dr. Tobias Schuster. Eine nicht ausreichend fundierte Studie, wie die von Stratmann, zum Argument gegen eine notwendige Operation werden zu lassen, ist fahrlässig.

Keine Nachteile durch Narkose

Eine noch unveröffentlichte Gegenstudie der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum in Frankfurt untersuchte 40 Patienten mit angeborenen Fehlbildungen im Magen-Darm-Bereich, die als Neugeborene unter Vollnarkose operiert wurden sowie 40 Patienten mit derselben Grunderkrankung jedoch ohne vorangegangener Operation. Im Alter von zwei Jahren wiesen die ehemals narkotisierten Patienten keine Rückstände in ihrer motorischen und kognitiven Entwicklung auf.

Die Studie merzt alle Unsicherheiten der Studienbedingungen von Stratmann aus: Eine höhere Anzahl von Probanden sowie die gleiche Grunderkrankung lassen zuverlässigere Schlüsse zu.

Fakt ist: Operationen sind in vielen Fällen lebensnotwendig und zeitlich limitiert, um Folgeschäden zu vermeiden. Eine Harnröhrenverkürzung, Doppelnieren oder Hodenhochstand zum Beispiel sollten nicht aufgeschoben werden. Damit einhergehend sind auch Narkosen und Sedierungen. Unter der Voraussetzung, dass diese bei Säuglingen und Kleinkindern von speziell ausgebildeten Kinderanästhesisten durchgeführt werden, gibt es keine Argumente, die dagegen sprechen.

Der Wissenschaftliche Arbeitskreis Kinderanästhesie bietet weitere Informationen zur Narkose bei Kindern

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