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Weltweite Bedrohung: Multiresistente Keime machen Antibiotika nutzlos



Können wir uns überhaupt noch vor multiresistenten Keimen schützen?
Können wir uns überhaupt noch vor multiresistenten Keimen schützen?

Die Resistenz vieler Erreger gegenüber mehreren Antibiotika-Präparaten ist alarmierend. Immer mehr Menschen sterben an den Folgen einer Infektion. Es müssen dringend neue Arzneien entwickelt werden.

Deutschland hat eine starke Zunahme multiresistenter Bakterienstämme zu verzeichnen. Das belegt die Antibiotika-Resistenz-Datenbank (ARS) des Robert-Koch-Instituts. So ist im Zeitraum von 2008 bis 2013 das Vorkommen der resistenten Erreger aus der Gruppe der Escherichia coli in Kliniken von 5,1 auf 8,8 Prozent gestiegen. Bei Klebsiella pneumoniae sind es mittlerweile sogar über 10,8 Prozent.

Beide Bakterienstämme können zum Beispiel den Erreger ESBL bilden, der Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen, Bauchfell- und Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder einer Sepsis (Blutvergiftung) sein kann.

MRSA-Keime bei jedem Dritten

Am bekanntesten ist hierzulande der MRSA-Erreger. Er kann zu Haut- und Wundentzündungen, Atemwegs- und Harnwegsinfekten sowie zu Entzündungen von Organen und Gewebe führen. Mittlerweile trägt schätzungsweise jeder Dritte trägt MRSA mittlerweile auf der Haut oder der Nase.

„In vielen Fällen wissen die Infizierten nicht einmal, dass sie Träger sind. Auf diesem Wege können Keime auch bis ins Krankenhaus gelangen, wo sie mitunter auf geschwächte Patienten treffen“, erklärt Professor Dr. med. Ansgar Lohse, Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Trotz Antibiotika: Keim-Falle Krankenhaus

Unser Körper hat zwar wirksame Schutzmechanismen, beispielsweise eine gesunde Haut- und Darmflora, die verhindert, dass krankmachende Erreger eindringen können. Durch operative Eingriffe im Krankenhaus und entstehende Wunden, können die gefährlichen Keime jedoch in den Körper gelangen und sich schnell verteilen bzw. vermehren. Nicht immer schafft es unser Immunsystem, diese Erreger aus eigener Kraft zu bekämpfen.

Insbesondere sehr junge oder ältere Menschen über 70 sowie Immunschwache könnten an den Folgekrankheiten sterben. Daher werden je nach Erreger verschiedene Antibiotikapräparate eingesetzt. Doch leider wirken Präparate wie Penicillin kaum noch. Laut offiziellen Schätzungen sterben in Deutschland jährlich 30-40.000 Menschen an solchen Infektionen. Das liegt jedoch nicht daran, dass diese Keime aggressiver wären als andere. 

Multiresistenzen durch Keim-Mutationen

Durch Veränderungen des Bakterien-Erbguts können den Erregern plötzlich einige Antibiotika nichts mehr anhaben. Sie überleben, vermehren sich und werden weitergegeben.

Durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika bei Tier und Mensch in den letzten Jahren aber auch durch eine fehlerhafte Anwendung durch die Patienten, konnten sich Multiresistenzen ausbilden.

Gefährlicher Resistenzkreislauf in der Landwirtschaft

Eine der stärksten Ursachen für die auffällige Ausbildung von Resistenzen in den letzten Jahren ist die Tiermast bzw. Massentierhaltung: Der Bauer sieht sich gezwungen seine Tiere auf engstem Raum zu halten, um an ihnen überhaupt noch etwas zu verdienen. Dadurch werden Infektionen schnell übertragen.

MRSA kommt bei Ökobauern deutlich weniger vor.Um das Vieh nicht zu verlieren, verabreichen die Landwirte Antibiotika. Die empfindlichen Bakterien werden abgetötet, die resistenten überleben und vermehren sich. Bei der nächsten Antibiotikagabe – die durchaus einen anderen Wirkstoff enthalten kann - überleben wieder nur die widerstandsfähigen Keime, bilden so eine Multiresistenz aus und werden an den Menschen weiter gegeben. In stark landwirtschaftlich geprägten Gegenden Deutschlands sind bereits über 10 Prozent auf die Infektion mit Keimen aus der Tierhaltung zurückzuführen, Tendenz steigend.

Inflationärer Antibiotikagebrauch der Schulmedizin

Jedoch darf nicht die gesamte Verantwortung an die Viehwirtschaft abgegeben werden: Der DGVS-Experte Lohse sieht auch die Ärzteschaft in einer tragenden Rolle: „Oft genug kommt es vor, dass Ärzte selbst Patienten mit einer Erkältung ein Breitspektrum-Antibiotikum verschreiben.“

Und was können die Patienten tun, um eine Multiresistenz zu vermeiden? Keinesfalls sollten sie ein verschriebenes Präparat vorzeitig absetzen, weil bereits eine Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Oftmals ist nur ein Teil der Bakterien vernichtet worden und die stärkeren haben überlebt.

Multiresistente Keime nach Urlaub

Zudem sollten Erkrankte niemals ohne ärztliche Absprache selbstständig zu Antibiotika greifen. Gerade im Auslandsurlaub wollen viele Menschen auf Nummer sicher gehen und nehmen bei Durchfall mitgebrachte Präparate ein.

Tatsächlich bringt jeder fünfte Tourist aus den Tropen oder Subtropen einen multiresistenten Keim mit. Eine finnische Studie ergab, dass das Risiko dafür um 80 Prozent ansteigt, wenn während der Reise Antibiotika eingenommen werden. Im Normalfall reichen bei Reisedurchfall herkömmliche Durchfall-Präparate aus. Stärkere Krankheitsbilder sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden.

Antibiotikaresistenzen durch Pharmaindustrie lösen?

Die Pharmakonzerne müssen dringend neue Medikamente herstellen.Es ist äußerst dringend, dass neue Medikamente gegen die neu entstandenen Erreger entwickelt werden. Denn so langsam aber ziemlich sicher gehen der Schulmedizin die wirksamen Mittel aus.

In Kliniken könnten Schnelltests helfen, zügiger den konkreten Erreger zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln, anstatt mehrere Antibiotika auf Verdacht zu verabreichen und so Resistenzen zu fördern. 

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