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Gefährliche Zeckenplage 2014?



Der milde Winter hat eine wahre Zeckenarmee ins Leben gerufen.
Zecken lauern in der Natur (Foto: clipdealer)

Auch wenn für die meisten Deutschen der milde Winter als angenehm empfunden wurde, hat auch diese Medaille zwei Seiten: Plagegeister wie Mücken und Zecken konnten nicht in die Winterstarre verfallen und auch der überdurchschnittliche warme Frühlingsbeginn förderte die Aktivität der Blutsauger zusätzlich. Droht uns jetzt eine Plage?

Tatsächlich musste das Umweltamt im Land Brandenburg bisher bereits über 115 Fälle von Borreliose an das Robert-Koch-Institut melden. Üblich sind für Anfang April eher um die 40 Vorkommnisse. Je früher Zecken damit beginnen, sich von Blut zu ernähren, desto schneller schreitet auch ihre Vermehrung voran.

Vergessene Gefahr: Zeckenstich

Zecken gehören ebenso wie Mücken zu den blutsaugenden Ektoparasiten, die sich mit Vorliebe von Wirbeltieren ernähren und demnach auch von menschlichem Blut. Leider ist das nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich: Während des Saugvorgangs gibt die Zecke Speichel ab, der Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger enthalten kann. Zu den häufigsten Krankheiten, die die Zecke überträgt, gehören Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Daher sollte mit einem Zeckenbiss keinesfalls leichtfertig umgegangen werden.

Am häufigsten werden Kinder im Alter von 4-9 Jahren gebissen sowie Senioren zwischen 60 und 69 Jahren. Kinder spielen und turnen gern auf Wiesen und in Büschen – ältere Menschen nutzen Wald und Parks zu erholsame Zwecken wie Spazierengehen. Brandenburg war im vergangenen Jahr das Bundesland im Osten Deutschlands mit den häufigsten Borreliose-Fällen. Aber keine Panik, nicht jeder Zeckenbiss führt automatisch zu einer Erkrankung. Die Statistik der Betroffenen liegt bei 1,5 bis 6 Prozent.

So schützen Sie sich aktiv vor Zecken

Sollten Sie oder ein Familienmitglied jedoch einige Tage nach einem Aktivurlaub über Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Muskel- und Gelenkschmerzen klagen, liegt der Verdacht einer Lyme-Borreliose nahe. In diesem Fall sollten Sie schleunigst einen Arzt aufsuchen, der je nach Schweregrad ein Antibiotikum verabreichen wird. In sehr schweren Fällen kann die Borreliose Organe und Gelenke befallen und kann bei Nichtbehandlung zu Arthritis führen.

Vermieden werden kann ein Zeckenbiss nur, wenn man sich entweder nicht auf Wiesen oder in Wäldern aufhält oder seinen Körper so gut wie möglich mit langen Hosen und hohen Schaftschuhen bedeckt. Zu Hause sollten Sie sich und Ihre Kleidung gründlich nach Zecken absuchen. Selbst wenn sich eine infizierte Zecke bereits festgesaugt hat, bleiben noch 18 Stunden Zeit, ehe die Borreliose-Erreger in den Blutkreislauf des Menschen geraten. In jedem Fall sollte die Zecke bei Entdeckung sofort mit einem geeigneten Werkzeug wie Zeckenzange, -Karte oder –Pinzette entfernt werden. Anschließend die Stelle gut desinfizieren.

Impfschutz: Zecken und Hirnhautentzündung

Dramatischer ist der Fall jedoch, wenn der Zeckenstich zu einer Frühsommer-Meningoenzephalitis führt. Die Hirnhautentzündung FSME ist eine gefährliche Viruserkrankung und zeigt nur bei 10 bis 30 Prozent aller Betroffenen grippeähnliche Symptome, Gelenk- und Gliederschmerzen. Möglich ist hier auch eine Entzündung des Hirns und der Hirnhäute. Die Folgen sind Kopfschmerz und Erbrechen. Circa 50 Prozent aller Betroffenen erleiden eine Meningitis. Auch Lähmungen, Atemlähmungen und Myelitis kommen bei vielen Patienten vor. FSME ist folglich eine schwere Erkrankung und ihr wird seit Mitte der 70er Jahre mit einer Impfung vorgebeugt.

Jedoch kommt der FSME-Virus durch einen Zeckenstich im Raum Berlin-Brandenburg eher selten vor. In den vergangenen Jahren lag die Anzahl der gemeldeten Erkrankungen bei unter 200. Sie befanden sich meist in den Risikogebieten Süddeutschlands. Aufgrund des aktuellen erhöhten Zeckenvorkommens, ist es nicht nur für die Menschen im Schwarzwald und in Bayern umso wichtiger, sich durch eine Impfung zu schützen und sich nach dem Wandern gründlich abzusuchen.

Neben Zecken sind exotische Stechmücken auf dem Vormarsch

Nicht nur Zecken ermöglicht der milde Winter eine rasante Vermehrung: Aufgrund der warmen Märztage und damit über einen längeren Zeitraum Temperaturen von über 10 Grad Celsius, beginnen die überwinterten Eier der Stechmücken schon jetzt, sich zu Larven zu entwickeln. Je früher dieser Vorgang beginnt, desto schneller können sich die Mücken vermehren. Das gilt nicht nur für einheimische Mücken, sondern auch für andere Arten wie die Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke.

Die exotischen Blutsauger sind mit dem Flugzeug oder dem Schiff nach Deutschland gekommen. Aufgrund der Klimaänderung und der fast gleichbleibenden Temperaturen überwintern die Einwanderer auch in Deutschland und vermehren sich immer stärker. Es ist sogar möglich, dass sie die einheimischen Stechmücken verdrängen. Problematisch ist dies vor allem, weil die fremden Mückenarten Tropenkrankheiten einschleppen, wie etwa das West-Nil-Fieber oder das Dengue-Fieber. Gefährlich ist dies für Deutschland im Moment noch nicht, doch ein Ausbruch der Krankheiten ist, insbesondere wenn ein heißer Sommer bevorsteht, nicht ausgeschlossen. Bisher wurden die ausländischen Mückenarten nur im Süden Deutschlands entdeckt. Umso wichtiger ist es für die Menschen dort, sich mit Mückenspray und Fliegengitter zu schützen.

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