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Wunderwaffe Natron: Segen oder Umweltzerstörer?



Natron ist zwar weit verbreitet, doch kaum einer kennt das volle Potenzial des Wundermittels.
Natron ist zwar weit verbreitet, doch kaum einer kennt das volle Potenzial des Wundermittels.

Natron ist eine wahre Allzweckwaffe im Haushalt. Das basische Salz macht Essen bekömmlicher, reinigt Zähne und Kochtöpfe, hilft gegen Mundgeruch und kostet fast nichts! Doch die Natur muss dafür einen umso höheren Preis zahlen.

Bereits seit Tausenden von Jahren verwenden Menschen Natron. Schon die alten Ägypter kannten die sagenhafte Wirkung der Wunderwaffe Natron. Sie benutzten den säurebindenden Stoff bei der Mumifizierung, um die Leichname der Pharaonen für die Ewigkeit zu konservieren. Das wertvolle Salz gewannen sie aus den Seen des Tales Natron im unteren Teil Ägyptens, um die Körper der Toten zu dehydrieren. Auch heute noch findet man es dort in natürlicher Form.

Natron in Natur und Chemie

Natriumhydrogencarbonat ist ein relativ seltenes Salz. Wie kann es dann sein, dass es das Allzweckmittel heute in wirklich jedem Supermarkt zu kaufen gibt? „Schuld“ daran trägt der Chemiker Ernest Solvay. Im Jahre 1860 entwickelte er das Ammoniak-Soda-Verfahren, welches Chlor in natürlichem Kochsalz durch Karbonat, also Kohlensäure ersetzt. Das Ergebnis: Die Wunderwaffe Natron!

Herstellung von Natron schadet der Umwelt

Natron schadet der UmweltEinen Haken hat die chemische Erzeugung von Natron jedoch:

Das Verfahren benötigt eine Unmenge an Frischwasser!

Pro Kilogramm Natron fällt ca. 1 Kilogramm unbrauchbares Calciumchlorid an, das die Hersteller ins Abwasser abführen und damit auch in Flüsse und Meere leiten.

Das Abfallprodukt ist ein offiziell gekennzeichneter Gefahrenstoff, der mitunter auch in Frostschutzmitteln oder als Streusalz verwendet wird. In Verbindung mit Wasser entwickelt die Substanz große Hitze und wirkt reizend. In Berührung sollte man mit Calciumchlorid also nicht kommen.

Wunderwaffe Natron auch unter anderen Namen bekannt

Natron kennt der Volksmund unter vielen verschiedenen Bezeichnungen. So kursiert es im Handel unter den Namen Speisesoda, Backsoda, Bullrich-Salz, Natriumbicarbonat, doppeltkohlensaures Natron, Natriumhydrogencarbonat oder E 500ii.

Verwendung von Natron als Putzhilfe und gegen Gerüche

Im Haushalt entfaltet die Wunderwaffe Natron erst ihr volles Potenzial! Als Putzmittel eignet es sich hervorragend, um verkrustete und eingetrocknete Essensreste zu entfernen. Einfach etwas Natronpuder auftragen und kurz mit heißem Wasser aufkochen. Schon lösen sich die Verunreinigungen auf. Auch festgeklebte Insekten auf der Windschutzscheibe haben so keine Chance mehr.

Als Putzmittel: Auf einem feuchten Lappen beseitigt Natron Kalkflecken und andere Beläge im Handumdrehen. Zudem lassen sich mit Backsoda unangenehme Gerüche beseitigen.

Im Kühlschrank: Einen kleinen Teller mit Natron in den Kühlschrank stellen. Absorbiert Gestank für 3-4 Wochen!

In Thermosflaschen: 2 EL Natron in 1 Liter heißem Wasser lösen und in die Kanne geben. Gründlich ausspülen. Das gilt natürlich auch für Babyfläschchen, Sahnespender und Co.

Auf dem Teppich: Hunde- und Katzenfans müssen jetzt gut aufpassen. Hat das liebevolle Haustier mal wieder ein Geschäftchen auf dem Vorleger verrichtet, kommt die Wunderwaffe Natron zum Einsatz. Das Salz einfach über Nacht auf die gewünschten Stellen geben. Am nächsten Tag absaugen oder ausklopfen. Dosierung: 1 TL auf 4 qm.

Beim Geschirrspülen: Unangenehme Gerüche verschwinden sofort, wenn man das Abwaschwasser mit etwas Natron impft. Besonders bei Holzbrettchen, auf denen gerade Zwiebeln, Knoblauch oder Fisch geschnitten wurde, ist dies sehr zu empfehlen.

Das Wundermittel Natron beim Kochen und Backen

Nicht umsonst ist Natron auch unter dem Namen Backsoda bekannt. Das wertvolle Salz ist nämlich ein ausgezeichnetes Backtriebmittel. Es macht nicht nur Schrippen und Brote luftiger, sondern auch Pizzateige, Muffins und andere Leckereien. Zudem sorgt Natron dafür, dass die Speisen besser bekömmlich sind.

Eine kleine Prise Natron im Kochwasser sorgt dafür, dass Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen oder Bohnen deutlich schneller weich werden. Auch Kohl kocht man idealerweise in Natronwasser. Das Backsoda sorgt dafür, dass das Gemüse seine schöne grüne Farbe behält. Darüber hinaus entschärft es das Blähpotential.

Auch bei der Zubereitung von leckeren Konfitüren fungiert Natron als Säurebinder. Dies ist vor allem bei sauren Früchten von Vorteil, da man sich mit dem Backsoda eine Menge Zucker spart. Zudem verleiht es den Marmeladen einen milderen Geschmack.

Allzweck-Heilmittel Natron

Da Natron alkalisch ist, eignet es sich hervorragend zur Neutralisierung von Säuren. Als Badezusatz enthärtet die Wunderwaffe Natron beispielsweise das Wasser. Gleichzeitig entsäuert der Körper. Man fühlt sich viel frischer und lebendiger als zuvor. Auf ein Vollbad empfiehlt sich eine Menge von 100g des Backsodas. Nicht mehr als 2 Bäder pro Woche.

Wenn sich der Partner mal wieder über stinkende Füße beklagt, einfach schnell ein Fußbad mit Natron nehmen. Bereits nach 20 Minuten hat sich der Gestank aufgelöst und die Beziehung ist gerettet. Versprochen!

Natron bei Halsschmerzen: Dreimal am Tag mit einer lauwarmen Natron-Wasser-Mixtur gurgeln. 1 TL auf ein Glas Wasser verwenden. Anschließend kräftig durchspülen. Natron hilft nicht nur bei Halsbeschwerden, sondern auch bei üblem Mundgeruch.

Natron für Allergiker: Wessen Haut keine Seife abkann, greift zur Wunderwaffe Natron. 4 TL Natron in einem Waschbecken mit lauwarmen Wasser auflösen und Gesicht waschen. Anschließend nicht abspülen oder trocknen. Effekt: Babyzarte Haut!

Natron bei Sonnenbrand: Wer sich mal wieder die Sonne übermäßig auf den Pelz scheinen ließ, sollte schnell zu Natron greifen. T-Shirt in Natronwasser tränken und anziehen. Schon nach kurzer Zeit reduzieren sich die Schmerzen.

Unterschied zwischen Natron und Backpulver

In vielen Rezepten findet sich sowohl Backpulver als auch Natron auf der Zutatenliste. Dies kann schon mal zu Verwirrung führen. Doch die beiden Mittel sind nicht identisch und lassen sich daher auch nicht beliebig austauschen.

Backpulver ist eine Mischung aus Natron und einer Säure (oft Weinstein oder Natriumphosphat). Während des Backprozesses reagieren die beiden Komponenten unter dem Einfluss von Wärme und Wasser miteinander, wodurch Kohlendioxid freigesetzt wird. Das Gas lockert den Teig und verflüchtigt sich dann. Die Folge: Die Masse geht auf.

Natron hingegen ist ein natürlich vorkommender Reinstoff. Wenn man nur Natron verwenden möchte, sollte man sicherstellen, dass man dem Teig etwas Säure hinzufügt, damit die Reaktion stattfinden kann. Befinden sich schon säurehaltige Substanzen wie Joghurt, Buttermilch oder Essig auf der Zutatenliste, reicht reines Natron vollkommen aus.

Tipp: Natron und Backpulver zusammen verwendet man dann, wenn der Teig besonders locker sein soll. Ein „Mehr“ an Backpulver hätte nicht den gleichen Effekt.

Wichtig: Sobald das Backpulver mit Flüssigkeit in Berührung kommt, fängt die Wirkung an. Lässt man den Teig dann noch eine Weile auf dem Küchentisch stehen, so geht die Triebkraft des Backpulvers verloren, bevor der eigentliche Backprozess überhaupt begonnen hat. Die Folge: Ein äußerst kompakter Teig.

Außerdem: Natron- und Backpulverfans dürfen sich nicht wundern, wenn der Teig zum Schluss nach Laugenbrezeln schmeckt. Dies ist ein sicherer Indikator dafür, dass man es mit den Triebmitteln etwas zu gut gemeint hat.

Gefahren bei der Anwendung von Natron

Die Benutzung von Natron ist jedoch nicht so unproblematisch, wie dies in den meisten Internet-Foren dargestellt wird. Bereits etwas zu viel Backsoda kann mitunter lebensgefährlich sein. Dies betrifft vor allem die interne Anwendung. In diesem Fall wird Natron dann wahrhaftig zur Waffe gegen den eigenen Körper.

Natron sollte man nicht unmittelbar vor oder nach der Nahrungsaufnahme nehmen, da es den Säuregehalt der Magensäure neutralisiert. Dies führt unweigerlich zu Verdauungsproblemen. Da Natriumhydrogencarbonat dehydrierend auf den Körper wirkt, stellen sich bei einer Überdosierung Krämpfe ein, die auch das Herz angreifen können. Eine ordnungsgemäße Dosierung ist also essentiell!

Dosierungsempfehlung: Auf keinen Fall mehr als 3 TL Natron pro Tag einnehmen. Wenn man über 50 Jahre alt ist: Nicht mehr als 3 halbe TL.

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