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Gärtnern in der Hauptstadt



Jeder hat 2000 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung und trägt dafür die Verantwortung.
Jeder hat 2000 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung und trägt dafür die Verantwortung.

Immer mehr Menschen in Berlin möchten sich die Hände schmutzig machen. Damit verwandeln sie die einst graue Hauptstadt in eine lebendige grüne Oase. Werden auch Sie zum urbanen Gärtner!

Überall riecht es nach frischer Erde, biologischem Gemüse und reifem Kompost. Dabei befinden wir uns nicht etwa auf dem Land, sondern mitten in Deutschlands pulsierender Hauptstadt. Berlin ist in den letzten Jahren zum grünen Zentrum vieler interessanter Urban-Gardening-Projekte avanciert. Nicht nur ältere Menschen begeistert die neu entdeckte Liebe zur Natur. Auch junge Leute aus unterschiedlichsten Milieus freuen sich darauf, ihre Hände in die Erde stecken zu dürfen. Für viele eine schöne Abwechslung zum tristen Bürojob, für andere ein kleiner Schritt hin zu mehr Nahrungsmittelsouveränität und nachhaltigem Konsum. Man trifft sich, diskutiert über verschiedene Anbaumethoden oder die beste Kompostierungstechnik.

Wer hätte gedacht, dass Gärtnern mal so hip werden könnte?

Neben viel Herzensgüte und Offenheit bieten verschiedene Projekte interessierten Menschen die Möglichkeit, aktiv an der Gartengestaltung mitzuwirken. Auch für Kinder ist das eine gute Gelegenheit, spielerisch ein Bewusstsein für Nahrung und deren Herkunft zu bekommen. An den Garteninitiativen erfreuen sich vor allem diejenigen, die wie die meisten Berliner keine eigene Parzelle zum Anbau von Gemüse und Obst besitzen. Urban Gardening sorgt somit für regen Austausch zwischen Jung und Alt, Arm und Reich, Groß und Klein. Doch wer genau steckt eigentlich hinter diesen tollen Projekten – und wie kann man dort am besten aktiv werden?

Frau Körner, Urban Gardening erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Woher kommt diese Lust zu gärtnern so plötzlich?

Ich glaube, dass viele Menschen sich immer mehr mit ihrem Essen und dessen Herkunft auseinandersetzen. Sie fühlen sich in die Thematik stärker hinein und entdecken somit auch wieder die Lust, selbst Nahrungsmittel anzubauen. Gerade in der Stadt, wo der direkte Bezug zum Essen fehlt, wächst die Neugierde, zu wissen, woher die Lebensmittel eigentlich kommen. Das ist so mein Gefühl und ja, es wird immer mehr! Das kann ich nur bestätigen. Die Leute haben einfach Lust, ihre Hände schmutzig zu machen und etwas anzubauen.

Was wollen Sie mit dem Weltackerprojekt erreichen? Was sind ihre Ziele?

Uns geht es vor allem um Bewusstwerdung. Wir wollen den Menschen – auf verschiedenen Stufen – ganz klar verdeutlichen: 2.000 m2 Land stehen dir zu und du hast es in der Hand, was damit passiert. Jedes Mal, wenn du Essen einkaufst, gibst du damit einen Auftrag an die Landwirtschaft. Du entscheidest, wie die Ackerfläche bespielt wird. Und jedes Mal, wenn du Nahrungsmittel wegwirfst, schmeißt du einen Teil deines Ackers weg. Du trägst die Verantwortung für deine 2.000 m2. Das ist etwas sehr Empowerndes!

An wen genau richtet sich das Projekt?

Wir haben sowohl Kinder und Schüler auf dem Acker, als auch die Generation 30+ bis hin zu bereits Pensionierten. Man kann bei uns verschieden tief einsteigen. Manche nehmen es ganz klar und sagen sich: Also ok, so viel steht mir zu, wie viel verbrauche ich denn eigentlich und reicht mir das? Andere bilden sich richtig weiter und beschäftigen sich mit Pestiziden und Biodiversität. Der einfache Zugang zum Projekt war uns sehr wichtig.

Warum liegen Sie so großen Wert auf ökologische Landwirtschaft?

Weil wir glauben, dass es die Zukunft ist und die Menschheit durch die Agrarindustrie nicht zu ernähren ist. Wenn wir unsere Ressourcen aufbrauchen, wenn wir unseren Boden verlieren, dann haben wir echt ein Problem. Die Öko-Landwirtschaft hat zwar oftmals geringere Erträge als die konventionelle Landwirtschaft. Dennoch verbraucht sie weniger Ressourcen und ist dann eben doch wieder nachhaltiger. Sich klarzumachen, dass es zwar eine Weile lang gutgeht, wenn man immer nur auf Ertrag setzt, die nächste Generation dann aber einfach keinen Boden mehr hat, ist entscheidend. Auch dazu wollen wir beitragen.


Deutschland ist sehr stark auf Lebensmittelimporte angewiesen. Wie kann es sein, dass ein Land freiwillig auf Lebensmittelsouveränität verzichtet?

Das ist verrückt! Es ist ja nicht nur in Deutschland so, sondern tatsächlich in ganz Europa. Wir haben sehr fruchtbare Böden, wir haben tolle klimatische Verhältnisse und wir haben das Geld. Trotzdem gehen wir raus und holzen den Regenwald ab, um dort Soja für unsere Schweine anzubauen. Das hat sehr viel mit Fleisch essen, aber auch viel mit Nahrungsmittelverschwendung zu tun. Man muss sich klar machen, dass ein Drittel dessen, was wir auf unseren 2.000 m2 ernten, auf dem Weg vom Acker zum Teller im Müll landet. Wenn ich ein Drittel wegwerfe, muss ich mich nicht wundern, wenn es nicht für alle reicht. Wenn ich also 4.500 m2 verbrauche, ist es klar, dass jemand anderes weniger bekommt. „Ist das gerecht?“ ist die Frage, die dann im Raum steht.

Man kann also einfach bei Ihnen auf dem Weltacker loslegen?

Genauso ist es! Einfach anschauen und mitmachen. Da es sich beim Weltacker um ein Mitmachprojekt handelt, lebt es im Wesentlichen von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Obwohl 2.000 m2 nicht so groß sind, sind sie dennoch groß genug, sodass es viele Menschen braucht, die sich darum kümmern – ganz regelmäßig. Ab April geht es bei uns offiziell los, im Winter gibt es eher weniger zu tun.

Den TB GUIDE Wohnen & Mobilität gibt es in vielen Supermärkten und Tankstellen in Berlin. Zusätzlich verlosen wir ein E-Bike im Wert von 2.500 Euro.

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