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Hausbau: Ganz in Eigenregie geht’s nicht



Wer selbst ins Baugeschehen eingreift muss für alle Schäden haften.
Wer selbst ins Baugeschehen eingreift muss für alle Schäden haften.

Wer beim Hausbau selbst mit anpackt, der kann viel Geld sparen. Ganz in Eigenregie geht’s allerdings nicht.

Die meisten Neubauten errichten Bauträger, die Grundstücke und Häuser gemeinsam vermarkten. Da ist in der Regel wenig Spielraum für eigene Arbeiten am Bau. Wer aber ein Grundstück kauft oder erbt, hat größere Freiheiten. Er kann darauf bauen, was und wie er will – sofern es mit der Bauordnung der Kommune vereinbar ist – und Arbeiten auch selbst übernehmen, womit sich viel Geld sparen lässt. Angesichts der gestiegenen Immobilienpreise sind laut Gerhard Zach, Präsident des Verbands Deutscher Architekten in München, etliche Bauherren geradezu darauf angewiesen, die Kosten möglichst gering zu halten. Trotzdem: Es gibt Tätigkeiten, die man Profis überlassen sollte.

Anpacken und bis zu 100.000 Euro sparen

Nicht einmal für die gesamte Genehmigungsplanung muss der Bauherr einen Architekten oder Baufachmann beauftragen. Vieles könne er sich auf der Grundlage des Bebauungsplanes auch selbst überlegen, erklärt Gerhard Zach. Im Internet „gibt es diverse Programme, die ihn bei der Planung unterstützen“. Lediglich für die noch ausstehenden Arbeiten müsse der Häuslebauer einen Profi beauftragen. Wer selbst beim Bau seines Einfamilienhauses oder der Doppelhaushälfte anpacke, der könne bis zu 100.000 Euro sparen. Allerdings müsse er sich viel Zeit für die Arbeiten nehmen, das werde oft unterschätzt, gibt der Architekt zu bedenken. „Nebenbei nach Feierabend lässt sich so ein Projekt nicht bewerkstelligen.“ Aber einen Teil der Arbeiten könnten sogar relativ ungeübte Heimwerker übernehmen. Schnell lasse sich lernen, Fassaden zu streichen, Dämmungen anzukleben, Fußböden oder Fliesen zu verlegen.

Selber machen hört bei der Sicherheit auf

An essenzielle Dinge wie die Statik oder die Elektrik sollten sich Heimwerker jedoch nicht heranwagen, warnt Olaf Techmer vom Landesverband Bayerischer Bauinnungen. „Alles, was die Sicherheit angeht, gehört in die Hände von Profis“, betont er.


Wer etwa tragende Wände herausreiße oder Fenster und Türen unachtsam verbreitere, der könne die gesamte Statik des Hauses gefährden. Ganz abgesehen von möglichen Unfällen, gerade bei Arbeiten auf dem Dach, auf Gerüsten oder Leitern. Bauherren sollten sich daher vor eigenen Arbeiten am Haus unbedingt bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft versichern, rät der Fachmann.

Fertigbau: Eigenleistungen vereinbaren

Selbst bei Fertighäusern kann sich der Bauherr nützlich machen. Zwar kümmerten sich die Hersteller als  „Generalübernehmer grundsätzlich um die Beauftragung der einzelnen Gewerke“, schildert  Christoph Windscheif, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Fertigbau.  Aber Bauherren, die selbst Hand anlegen wollten, „können vertraglich vereinbaren, welche Eigenleistungen sie einbringen“. Das werde dann in der Bau- und Leistungsbeschreibung festgehalten.

Baukastensystem: Selbst beim Rohbau helfen

Wie weit die Freiheit für den Bauherrn geht, sei verhandelbar. Es gebe zum Beispiel Varianten, bei denen der Hersteller zwar das Haus anliefere und aufstelle, aber der Innenausbau teilweise vom Eigenheimbesitzer übernommen werde. Solche Häuser nenne man „Ausbau- oder Mitbauhäuser“, erklärt Christoph Windscheif. Wesentlich mehr eigene Arbeiten stecken in den sogenannten Bausatzhäusern. Da sie in der Fabrik nach einem Baukastensystem gefertigt würden, seien sie relativ leicht aufzubauen. Der Bauherr könne hier mit entsprechenden Vorkenntnissen sogar Arbeiten am Rohbau übernehmen.

Auch bei Fertighäusern richtet sich das Einsparpotenzial durch Eigenleistung nach dem Zeitbudget sowie den Fähigkeiten des Bauherrn. In einem durchschnittlichen Haus ließen sich die Baukosten dadurch um rund 20.000 Euro oder etwa zehn Prozent reduzieren, rechnet der Fertigbau-Experte vor.

Fähigkeiten nicht überschätzen

Allerdings: Sowohl beim Individualbau als auch beim Fertighaus haftet der Bauherr für alles, was er selber macht. Er müsse ebenso für die Folgekosten aufkommen, wenn ihm Fehler unterlaufen, erläutert Christoph Windscheif. Deshalb empfiehlt er, nur solche Arbeiten selbst zu übernehmen, die man wirklich beherrsche oder die sich leicht erlernen ließen. Für alles andere sollte man lieber Profis aus der Region hinzuziehen.

(udm, dpa/tmn)

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