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Kreischalarm im Herbst: Spinnen im Anmarsch!



Rund 1.000 Spinnenarten leben in Deutschland
Rund 1.000 Spinnenarten leben in Deutschland

Gerade jetzt zum Spätsommer sind die Achtbeiner wieder häufiger anzutreffen. Einige Spinnen fühlen sich auch bei uns daheim wohl.

Auch wenn uns das Wetter noch warme Tagestemperaturen beschert, merkt man es in den Abendstunden und nachts ganz deutlich: Der Herbst kommt. Quasi das Entrée in die dritte Jahreszeit ist der so genannte Altweibersommer. Für Spinnenphobiker ein Gräuel, für Andere ein faszinierendes Schauspiel. Doch nicht nur in der Natur fühlen sich die Achtbeiner wohl - einige Spinnenarten teilen sich liebend gern mit uns Haus und Wohnung. Nicht für jeden ist diese Art von Wohngemeinschaft erfreulich.

Altweibersommer: Wenn Spinnen fliegen lernen

Wenn in den Spätsommertagen die Sonne scheint, sieht man sie friedlich durch die Luft schweben: Spinnenfäden, die wie silbergraues Haar (eben wie von einem alten Weib) schimmern. Im frühmorgendlichen Tau glitzert alles wie im Märchen. Im Volksglauben hielt man dies für Gespinste von Elfen, Zwergen und später von der Jungfrau Maria. Verantwortlich dafür sind in Wirklichkeit jedoch kleine Spinnen, die jetzt auf große Reise gehen. So zum Beispiel die millimetergroße Baldachinspinne oder die Zwergspinne Erigone atra. Sie schießen ihre Spinnenfäden in die Luft und lassen sich so hoffnungsvoll auf ein neues Plätzchen zum Leben vom Wind davontragen. Dabei fliegen sie bis zu 4.000 Meter hoch und mehrere Kilometer weit. Nicht selten erreichen die Krabbeltiere so auch schwer zugängliche Orte wie Inseln - ebenso oft ertrinken sie. Nach wenigen Tagen ist der Spuk beziehungsweise Zauber jedoch wieder vorbei.
 


Nur eine tote Spinne, ist eine gute Spinne?

Es gibt einige Spinnenarten, denen würde man rein optisch durchaus zutrauen, dass sie mit ihrem Gift nicht sehr sparsam umgehen: So zum Beispiel die gelb-schwarz-gestreifte Wespenspinne oder die Zebraspinne und Gartenkreuzspinne - in Wirklichkeit jedoch sind sie Achtbeiner im Superheldenkostüm, denn sie fressen unliebsames Ungeziefer wie Mücken und Fliegen. Ohne sie würden wir bald kniehoch in Insekten stehen und einige Tierarten wie Vögel oder Fledermäuse, denen die Spinnen als Hauptnahrungsquelle dienen, würden aussterben. Eine der bedrohten Spinnenarten bei uns ist übrigens die Wasserspinne. Die Begegnung mit ihr ist daher eher selten.
 

Giftige Einwanderer: Spinnen mit Biss

Wissen wir alle: Kreuzspinnen sind giftig, jedoch nicht im gefährlichen Sinn - vergleichbar mit dem Schmerz eines Bienenstichs. Die Wasserspinne ist ebenso eine kleine Giftspritze. Wirklich ungemütlich wird es jedoch bei der Ammen-Dornfinger Spinne. In den Medien sorgt sie gerade für Furore, dabei ist sie bereits seit den 50er Jahren aus Südosteuropa in den Raum Berlin/Brandenburg eingewandert. Man erkennt den 1,5 cm kleinen Giftzwerg an seiner auffälligen Färbung: Der Vorderkörper und die Giftklauen sind rot-orange, der Hinterkörper leuchtet gelb bis olivgrün, die langen Beine sind eher hellbraun und wirken glasig. Eigentlich findet man die Dornfinger Spinne ausschließlich draußen in dichtem Gras oder Stauden. Ihre auffälligen Kokons sind trichterförmig und ungefähr so groß wie ein Hühnerei. Während der Paarungssuche verirrt sich allerdings auch mal ein nachtaktives Männchen nach drinnen.
 


Wie alle Insekten greift die Dornfinger Spinne nur an, wenn sie sich bedroht fühlt. Dabei kommen ihre beachtlichen Giftzähne zum Einsatz, die problemlos menschliche Haut und sogar Textilien durchdringen können. Das ist in etwa so schmerzhaft wie ein Wespenstich und die betroffenen Hautareale können anschwellen, was jedoch mit etwas Kühlung innerhalb von 24 Stunden wieder abklingt. Unangenehmer sind die weiteren möglichen Symptome wie Schwindel, Erbrechen und Fieber. Besonders für kleine Kinder und ältere Menschen mit Kreislaufproblemen kann dies nicht ganz ungefährlich sein und sollte unter ärztlicher Beobachtung stehen.

Unliebsame Mitbewohner: Spinne aussetzen erwünscht

Der eigentliche Horror für Arachnophobiker sind jedoch die Hausspinnen, denn denen kann man nicht immer so leicht aus dem Weg gehen. Rund 1.000 Spinnenarten leben in Deutschland. “30 bis 40 davon haben ihren Lebensschwerpunkt in Häusern.”, so Christoph Muster, Biologe und Vorsitzender der Arachnologischen Gesellschaft. Sie haben sich an den Lebensraum der Menschen angepasst. Zugewanderte Arten aus dem Mittelmeerraum könnten bei unserem Klima gar nicht draußen überleben. Das gilt zum Beispiel für die Fettspinne oder die Speispinne.

Da sich nicht jeder mit Spinnen und ihren oft großzügigen Netzen den Wohnraum teilen möchte, muss das Tierchen oft ausziehen. Tierschützer raten, die Achtbeiner nicht in den Spinnenhimmel zu befördern, sondern sie so weit wie möglich vom Haus entfernt nach draußen zu setzen. Das klappt mit der Glas-Zeitungs-Methode oder auch mit speziellen Spinnenfängern. Auch gibt es spezielle Duftsprays, die sämtliches Spinnengetier fernhalten.

Im Netz: Groß, dick und haarig

Nein, die Rede ist nicht vom geliebten Ehemann, sondern von der Großen Winkelspinne. Wer sie kennt, hat schon die größtmögliche einheimische Spinne getroffen. Ihre Beine können eine Spannweite von bis zu 10 Zentimetern erreichen. Sie fühlt sich besonders wohl in feuchten Wohnungen, dunklen Schuppen und Kellern. Wie auch ihre kleinere Verwandte, die Hauswinkelspinne, ziehen sie sich in dunkle Ecken zurück und treiben nur nachts ihr Unwesen. Besser gesagt, sie halten ihre Umgebung frei von Mücken, Fliegen und Asseln.
 


Ebenso häufiger Gast in den eigenen vier Wänden ist die Zitterspinne. Im Gegensatz zu den Winkelspinnen-Arten ist diese eher filigran und wird daher oft mit dem Weberknecht verwechselt. Ärgerlich ist an ihr vor allem ihr großflächiges Netz an Zimmerdecke und in den Ecken. Berührt man jenes, beginnt die Spinne heftig zu zittern - eigentlich, um ihre Fressfeinde abzulenken. Funktioniert aber auch bei Angsthasen ganz gut.

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