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Schimmel in Mietwohnungen – ein Interview mit dem Berliner Mieterverein



Schimmel, ein ernst zu nehmendes Problem: Der Berliner Mieterverein klärt auf
Schimmel, ein ernst zu nehmendes Problem: Der Berliner Mieterverein klärt auf

In Großstädten wird mehr gemietet als gekauft. Wir haben uns mit Reiner Wild, dem Geschäftsführer des Berliner Mietervereins e. V. getroffen und über Schimmel in Mietwohnungen gesprochen. Wer ist verantwortlich – und was kann man tun?

Den Berliner Mieterverein e. V. gibt es seit 1888. Welche Dienstleistungen bieten Sie?

Der Mieterverein bietet sowohl persönliche Mietrechtsberatung als auch Telefon- und E-Mail-Beratung durch Experten. Gegebenenfalls wird auch der Schriftverkehr gegenüber dem Vermieter geführt. Die persönliche Rechtsberatung findet durch Fachanwälte statt, die auf Mietrecht spezialisiert sind. Wir verfügen über neun Beratungszentren in Berlin. Darüber hinaus treten wir gegenüber dem Senat, der Bundesregierung und der Politik generell für einen besseren Mieterschutz und eine gute Wohnungsversorgung ein. Der Berliner Mieterverein ist Europas größter stadtweiter Mitgliedsverband von Mietern.

Wie wird man Mitglied?

Mitglied kann jede Mieterin und jeder Mieter werden. Die Anmeldung erfolgt über unsere Homepage www.berliner-mieterverein.de, direkt in der Geschäftsstelle in der Spichernstraße oder in den Beratungszentren. Die Beitrittsunterlagen können auch telefonisch angefordert werden. Der Jahresbeitrag beträgt 108,– €, Rabatte gibt es für Haushalte mit geringem Einkommen (Studenten, Rentner, etc.). Die Mitglieder erhalten monatlich unser MieterMagazin und in der Mitgliedschaft ist eine Prozesskostenrechtsschutzversicherung enthalten.

Was sind die häufigsten Ursachen für Schimmel in Mietwohnungen und wer ist schuld?

Die wesentliche Ursache ist eine zu hohe Feuchtigkeit. Ergänzend können Mauerwerksschäden, geringe Temperaturen und zu wenig Luftwechsel die Schimmelpilzbildung hervorrufen. Die Verantwortung dafür kann genauso beim Vermieter wie beim Mieter liegen.

Besteht ein gesundheitliches Risiko?

Das hängt von der Art des Schimmelpilzes ab. Eine genaue Analyse ist aber teuer, weswegen grundsätzlich jeglicher Schimmel beseitigt werden sollte. Für Kleinkinder kann Schimmelpilz zu asthmatischen Erkrankungen führen. Sich langfristig auf die im Baumarkt erhältlichen Sprays gegen Schimmel zu verlassen, ist falsch. Es muss die Ursache beseitigt werden.

Was, wenn die Möbel / Besitztümer des Mieters Schaden genommen haben?

Hier muss geklärt werden, wer die Schimmelpilzbildung zu verantworten hat. Vermieter unterstellen oft dem Mieter unzureichendes Heizen und Lüften. Für den Mieter ist daher die Kontrolle der Temperatur und der Luftfeuchte wichtig. Im Handel gibt es inzwischen für wenig Geld entsprechende Messgeräte. Hilfreich sind für den Streitfall auch Zeugen. Ist der Schimmel auf Bauwerksmängel zurückzuführen, steht der Vermieter in der Haftung für Schäden, die an Wohnungseinrichtungen entstehen. Aber Achtung: Für den Mieter besteht eine Hinweis- und Schadensminderungspflicht.

Wer übernimmt die Kosten für Materialien wie Anti-Schimmelfarbe oder Handwerker?

Auch hier ist zunächst das Verschulden zu klären. Wenn der Vermieter nachweisen kann, dass der Mieter den Schimmelpilz hervorgerufen hat, wird er für die Kosten der Beseitigung nicht einstehen wollen. Im Gegenteil, in diesem Fall wird er sogar den Mieter zur Beseitigung des Mangels auffordern.

Hat man im Ernstfall Anspruch auf alternative Unterbringung?

Ob eine vorübergehende Unterbringung außerhalb der Wohnung erforderlich ist, hängt vom Schaden ab und kann nicht generell beantwortet werden. Aber auch hier gilt, dass die Verschuldensfrage von zentraler Bedeutung ist. Der Mieter muss vorsichtig sein. Denn unter Umständen bleibt er auf verauslagten Kosten für Pension oder Hotel sitzen.

Ist Schimmel ein Grund für Mietminderung?

Im Grundsatz ja, das heißt, wenn es ein vom Vermieter zu verantwortender Mangel ist. Der Minderungsanspruch entfällt aber, wenn der Mieter die Wohnung in Kenntnis des Mangels angemietet hat. Der Umfang der Minderung hängt von der Einschränkung der Gebrauchstauglichkeit ab. Allgemeine Prozentsätze existieren nicht. Aber Vorsicht! Wird die Miete nicht vollständig gezahlt, besteht rasch ein Kündigungsrisiko. Bei Schimmelbefall ist eine Rechtsberatung sehr sinnvoll.

Sie raten betroffenen Mietern also zu einem Rechtsbeistand?

Wenn es zu einem gerichtlichen Rechtsstreit kommt, sollte man sich unbedingt anwaltlich vertreten lassen. Mitglieder des Mietervereins werden vor Prozessbeginn durch die Mietervereinsberater betreut. Geht der Streit vor Gericht, können wir erfahrene Mietrechtsanwälte empfehlen. Vorab sollte aber geprüft werden, ob Versicherungsrechtsschutz besteht, entweder über den Mieterverein oder über eine eigene Versicherung.

Berliner Mieterverein e. V. – Geschäftsstelle
Spichernstraße 1, 10777 Berlin
Tel. 0 30 / 22 62 60
E-Mail: bmv@berliner-mieterverein.de

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