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Urbane Permakultur zwischen den Gleisen



Permakultur ist ein sich selbst erhaltendes Anbausystem.
Permakultur ist ein sich selbst erhaltendes Anbausystem.

Von der Natur lernen und ihr Verhalten nachahmen – das Berliner Projekt GleisBeet e.V. bringt den Menschen in der Hauptstadt bei, wie sie wieder selbst Lebensmittel anbauen. Ein Gespräch mit der Initiatorin Annabella Jakab.

Frau Jakab, auch Sie betreiben Urban Gardening. Was ist das überhaupt?

Seit jeher bauen Menschen in der Stadt ihre Lebensmittel selbst an. Mit der fortschreitenden Industrialisierung wurde dieser Lebensbereich immer mehr ausgegliedert. Die Schrebergärten sind z. B. ein Zeichen dieser vergangenen Zeiten. Heute betreibt man das Gärtnern in der Stadt nicht mehr aus Gründen des Überlebens, sondern eher der Gemeinschaft, Erholung, Integration, Bildung und einer kleinteiligen Selbstversorgung wegen. Das urbane Gärtnern ist in Berlin kein neues Phänomen: Der erste Garten, so wie wir ihn heute kennen, wurde schon vor ca. 20 Jahren gegründet. Die Bewohner der Stadt haben sich zum Teil von ihren Lebensmitteln, aber auch von ihren Nachbarn entfremdet, man lebt anonym und kauft beim Discounter. Das Gärtnern verbindet die Menschen und scha.t ein neues Lebensgefühl, die Stadt aktiv mitzugestalten.


Was steckt hinter dem Begriff Permakultur?

Permakultur ist mehr als nur ein Name für eine Anbaumethode. Permakultur ist ein Konzept, das sich nicht nur auf das gärtnerische Leben anwenden lässt. Es beschreibt die Etablierung von sich selbst erhaltenden Systemen. Die beiden Begründer der Theorie, Mollison und Holgrem, betrachteten in ihren ersten Veröffentlichungen eine landwirtschaftliche Produktion. Hier verknüpften sie altes landwirtschaftliches Wissen mit neuen Ideen und Prinzipien. Permakultur ist das bewusste Design von verschiedenen Elementen und die Verknüpfung ihrer Funktionen. So kann z.B. eine Hecke mehr sein als eine grüne Wegbegrenzung. Sie dient als Nahrungsquelle – sofern sie essbare Beeren produziert – sowie als Wohnraum für wild lebende Tiere und als Feinstaubschutz. Im gärtnerischen Kontext bedeutet Permakultur also in erster Linie, durch Beobachtung von der Natur lernen, nachahmen und integrieren. Im Anbau von einjährigen Kulturen bedeutet das Mischkultur statt Monokultur und die Etablierung von mehrjährigen Systemen mit der Schaffung von Wohnraum für Tiere.

Wie würden Sie den Gleisbeet e.V. beschreiben?

Wir sind ein junger Verein, der sich erst im vorletzten Jahr gegründet hat. Unsere Strukturen befinden sich noch in der Entwicklung. Wir sind im Vergleich zu anderen Gärtnern etwas chaotischer und noch nicht in unseren Strukturen festgefahren, offen für Neues und kreativ. Wir versuchen, Permakultur ganzheitlich auf dem Gelände zu etablieren und bieten den Besuchern und Anwohnern die Möglichkeit, ein eigenes Beet zu gestalten. Der größte Teil der Fläche soll in den nächsten Jahren nach dem von uns entwickelten Design umgesetzt werden und als eine Art Anschauungsgarten dienen.

Was hat es mit Workshops zu Themen wie Pilzzucht oder Saatgut auf sich?

Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, die städtische Bevölkerung zu bilden, die den Bezug zur Nahrungsmittelherstellung verloren hat. In Workshops wollen wir zeigen, dass es z.B. möglich ist, auf kleiner Fläche Nahrung zu produzieren. In dem Saatgut-Workshop wollen wir z. B. auf die Bedeutung von samenfesten Sorten aufmerksam machen. Viele kennen den Unterschied zwischen Hybrid- und samenfesten Sorten nicht. Hier wollen wir die Auswirkungen, auch in globaler Hinsicht, aufzeigen und die Menschen sensibilisieren, genauer hinzusehen und die Folgen ihres Handelns zu reflektieren.

Geht Permakultur auch auf kleiner Fläche oder sogar auf dem eigenen Balkon?

Klar! Permakultur lässt sich auf jede Fläche anwenden. Es ist auch auf kleinem Raum möglich, Kreisläufe zu schließen. Das Besondere: Man erzielt im Vergleich zu konventionellen Systemen auf gleicher Fläche mehr Ertrag in höherer Vielfalt. Auf dem Balkon kann man z. B. eigene Erde durch Kompostierung herstellen. Rankende und Mischkulturen gedeihen da besonders gut, vor allem wärmeliebende Pflanzen wie Tomate oder Paprika.

Wie kann man sich bei ihrem Verein engagieren?

Bei uns kann jeder mitmachen, der Interesse an Natur hat, und dem die eigene Ernte nicht allzu wichtig ist. Wir verstehen uns nicht als produzierenden Garten, da unser Boden leider (noch) keine saubere Ernte ermöglicht. So sind wir gezwungen, in den Hoch- und Hügelbeeten zu produzieren, was im Jahr eher eine kleinteilige Selbstversorgung ausmacht. Bei uns kann jeder etwas über die Kreisläufe der Natur und Permakultur als Methode lernen. Wir wollen unsere Besucher begeistern und animieren, auf ihren Flächen (Balkon, Garten, etc.) das Gelernte nachzuahmen und in ihr Leben zu integrieren.

Den TB GUIDE Wohnen & Mobilität gibt es in vielen Supermärkten und Tankstellen in Berlin. Zusätzlich verlosen wir ein E-Bike im Wert von 2.500 Euro.

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